Mittwoch, 16. September 2009
Seit einer Weile hatten wir vor, anstelle von Bildern fürs Fotoalbum auch mal ein Fotobuch drucken zu lassen. Das scheiterte bisher immer daran, dass die üblichen Verdächtigen eine reine Windows-Software anbieten, die noch nicht mal unter Wine zum Laufen zu bewegen ist.
Vor etwa 2 Wochen fand ich allerdings einen Anbieter, der explizit mit der Unterstützung von Linux wirbt. Das hat mich gleich fasziniert und ich beschloss, dieses Angebot wahrzunehmen. Am Montag kam dann das fertige Buch an.
Da ich sehr zufrieden war, nenne ich gerne Namen: Es handelt sich um die Firma fotobuch-profi.de, die das Java-Programm Photux benutzt.
Die Java-Software läuft auf vielen Plattformen, ich konnte und wollte nur Linux/x86 und Linux/amd64 testen. :) Für den einfachen Anwender gibt es zwei Stolpersteine, die der Hersteller noch ausräumen sollte.
1. Die Speicher-Beschränkung von Java. Normalerweise hat unter Linux jedes Java-Programm nur 64 MB RAM zur Verfügung. Das mag im letzten Jahrtausend bei der Erfindung von Java eine sinnige Idee gewesen sein, heute ich das zumindest für eine Bildbearbeitung wesentlich zu knapp. Das Programm selbst kann das Limit logischerweise nicht verändern, man muss dies in der Start-Kommandozeile machen. Der Händler nennt zwar die passende Kommandozeile, liefert für Linux aber eine blanke JAR-Datei aus. Ein einfaches Script zum Starten der Anwendung mit den richtigen Parametern könnte hier echt weiter helfen.
2. Das Programm erlaubt die Verwendung diverser Bildformate. Bindet man jedoch ein PNG mit indizierten Farben ein (PNG kann beides, indizierte Farben und RGB), so schlägt die Übertragung zur Druckerei fehl ohne eine eindeutige Fehlermeldung. Es hat mich einige Stunden experimentieren gekostet um diesen Umstand herauszufinden. Wandelt man das PNG in RGB um, klappt es.
Abgesehen davon lief alles reibungslos, die Designer-Software ist akzeptabel in der Bedienung (was nicht heißt, dass ich nicht Verbesserungsvorschläge hätte) und das Druck-Ergebnis exzellent (im Gegensatz zu meinem Display sind die Bilder etwas dunkler gedruckt worden. Das macht aber mein Farblaser hier auch, vermutlich ist mein LCD einfach etwas zu hell eingestellt).
Der Preis ist zwar nicht grade Dumping, aber die Qualität des Buches stimmt. Die Produktionszeit von etwa einer Woche (zzgl. Versand) ist auf der Internetseite gut dokumentiert und stört mich nicht.
Donnerstag, 11. Juni 2009
Mein Garmin eTrex Legend kann im Lieferzustand nur Kartendaten bis maximal 2 GB Größe nutzen. Da man aus OSM-Daten sehr umfangreiche Karten erzeugen kann, tangieren aktuelle Europa-Karten diese Grenze bereits. Es ist also zu erwarten, dass mit weiterer Erfassung von Daten die Dateien größer werden.
Im neuesten Firmware-Update ist das Limit aber aufgehoben.
Dieses Update wollte ich also auf jeden Fall einspielen. Da ich bekanntermaßen kein Windows in Betrieb habe, gestaltet sich das aber schwierig. Vermutlich wäre das Update-Programm auch über Wine lauffähig gewesen, das habe ich nicht probiert. Da ich aus anderen Gründen neulich schon einmal ein Windows XP (Lizenz in Form der Microsoft-Steuer war ja beim Computerkauf eh dabei) in einem QEmu-Image installiert habe, benutzte ich das für das Firmware-Update.
Dazu kann man (wenn man den Parameter -monitor stdio angibt) auf der QEmu-Konsole ein USB-Gerät an das Gast-System durch reichen.
In meinem Fall sorgt der Befehl usb_add host:091e:0003 dafür, dass der Garmin eTrex durchgeschleift wurde. Das Update-Programm auf dem Gast-System erkannte dann auch das Gerät und startete das Update.
Kritisch: Während des Update-Prozesses trennt das Gerät ab und zu die Verbindung. Das erkennt man an folgenden Meldungen in der QEmu-Konsole:
husb: device 1.11 disconnected
Dann sollte man umgehend den obigen Befehl wiederholen, damit das Update fortgeführt werden kann.
Ich möchte niemandem empfehlen, das auf diese Art zu machen, aber wenn man die USB-Durchreichung schnell genug wieder herstellt, klappt das ganz gut.
Dienstag, 24. März 2009
Schon seit einer Weile stört mich, dass ein handelsüblicher Desktop-PC mit etwa 80 Watt Stromverbrauch und einem Geräuschpegel Marke »Kopfschmerzen« so viel Leistung erzeugt, dass man damit prinzipiell alles machen kann was man nie machen wird.
Daher habe ich versucht, mich an diversen Quellen über die neuen Minimalrechner, genannt »NetTop«, zu informieren. Nachdem das mehrfach missglückt ist und keiner Erfahrungen dazu hatte, habe ich mir jetzt einfach mal eine ASUS eeeBox B202 gekauft um damit selbst zu experimentieren.
Vor dem Kauf fällt auf, dass es dieses Gerät (wohlgemerkt unter der selben Modellbezeichnung) entweder mit einer Ausstattung von 2 GB RAM und einem Linux-Betriebssystem oder mit 1 GB RAM und Windows XP Home verkauft wird.
Eine RAM-Erweiterung ist zwar (nach diversen Berichten) nur mit Schraubendreher und sanfter Gewalt beim Öffnen des Gehäuses möglich, aber es stehen zwei Slots zur Verfügung.
Um das 1-GB-Modell also auf 2 GB zu erweitern benötigt man kostenverursachenderweise nur einen 1-GB-SO-DIMM-Riegel, der im freien Markt momentan ca. 10-15 € kostet.
Wenn man jetzt also unterstellt, dass das Linux-System keine nenneswerten Lizenzkosten verursacht und der Aufwand, en ASUS zur Anpassung von Windows betreibt in etwa gleich ist wie der, den ASUS zur Anpassung ihres Linux-Systems treibt, dann ist zu erwarten, dass das Windows-Modell um die Windows-Lizenz minus 10-15 € teurer ist. Da man natürlich nicht weiß, was eine Windows-XP-Lizenz für einen Großabnehmer kostet, muss ich das empirisch herausfinden.
Da sich das Angebot bzgl. der Verfügbarkeit und der Preise momentan mehrmals täglich ändert, ist der Preisspiegel meiner Bestellung jetzt nicht mehr so extrem nachzuvollziehen:
Letzte Woche wurde die Linux-Variante mit 2 GB RAM um etwa 20 € teurer verkauft als die Windows-Variante.
Das macht einen Windows-Lizenzpreis von -5-10 € pro verkauftem Gerät.
Da bei mir noch nicht absehbar war, wo genau das Gerät später eingesetzt wird und ob dafür die Windows-Lizenz eine Relevanz hat, habe ich mich für diese entschieden, da es mich insgesamt einfach billiger kommt, selbst wenn ich das RAM-Upgrade noch machen möchte.
Schließlich ist es also so, dass sich keiner wundern braucht, dass sich die Windows-Version so viel besser verkauft, da die Linux-Version wirtschaftlich einfach keinen Sinn macht. Und auf einem Desktop-Rechner den man für die tägliche Arbeit einsetzen möchte, würde ich auch ungern das on ASUS vorgekaute Minimalsystem einsetzen sondern lieber ein aktuelleres, Community-gepflegtes System.
Mittwoch, 30. April 2008
Heute durfte ich die jüngste schwiegerelterliche Investition ausprobieren, das neue Navigationsgerät Medion GoPal 4425.
Erster Eindruck: So ein langsames Gerät habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Knopf drücken ... sofort ein unüberhörbar lautes *klacker* ... warten ... nach belieben noch ein paar mal auf den Touchscreen hacken, es klackert jedes Mal ganz doll ... noch ein bisschen warten ... irgendwann tut sich was.
Zweiter Eindruck: Dennoch kann man damit leben.
Ich würde mir deutlich mehr Einstellmöglichkeiten wünschen. Z.B. gibt es beim "Tastenton" (das nervige klackern) nur die Entscheidung: aus, laut oder ganz laut. Man will den Ton nicht ausschalten, weil man dann gar nicht mehr weiß ob das Navi jetzt noch nachdenkt oder ob der Touchscreen den Finger oder Stift nicht bemerkt hat.
Zum Routing an sich kann ich wenig sagen, da ich nirgends hin gefahren bin wo es Kreuzungen gibt.
Die Linux-Kompatibilität ist schlecht. Eigentlich sogar unerwartet schlecht. Dank Windows-CE meldet sich das Gerät als undefinierbares irgendwas beim Linux-Kernel. Der weiß damit nichts anzufangen. In meinem Test hat das Gerät auch gleich alle 3 Sekunden neu verbunden, was im dmesg eine etwas unschöne Liste an Meldungen erzeugt.
Erfreulich in diesem Zusammenhang: Aufgezeichnete Tracks werden als GPX auf der SD-Card gespeichert. Die zu erhalten ist also sehr unproblematisch.
Ebenso mit den Kartendaten. Also ja, es sind schon alle auf der SD-Card installiert, aber die Installation besteht auch nur darin, normale Dateien auf eine normale SD-Card zu kopieren. Das ist erfreulich einfach und funktioniert unter jedem OS.
Montag, 28. April 2008
Heute habe ich einen weiteren Linux-PC an eine Kundin ausgeliefert. Hier wurde ich letzte Woche gerufen, da der PC beim hochfahren immer Scandisk angeworfen hatte und das sich in einer Endlosschleife festgefressen hatte.
Ergebnis einer schnellen Diagnose mit der System-Rescue-CD: Auch hier war die Festplatte schlicht und einfach kaputt. Die Geräuschkulisse war zwar nicht besonders beängstigend, aber deutet auch in diese Richtung.
Da nach Austausch der Festplatte sowieso eine Neuinstallation ins Haus stand, habe ich auch hier die obligatorische Frage gestellt: "Für was brauchst du denn den Computer alles?" Da sich auch da schnell abzeichnete, dass die offensichtlichen Vorteile eines Linux-Systems (Kinder machen nicht versehentlich das System kaputt, keine ernsthaften Viren-Probleme) durch kein haltbares Argument zu entkräften waren, konnte ich auch hier deutlich machen, dass die Kundin mit einem Linux-System besser beraten ist.
"Schnellmigration" vollständig lesen
Vor einigen Tagen wurde ich zu einem Kunden gerufen, der Probleme mit seinem "Server" hatte. In anführungszeichen deshalb, weil es sich um einen Arbeitsplatz-Rechner handelte, der in der Ecke stand und ein paar Freigaben im Netz publiziert hat.
Die Probleme des Servers waren schnell erkennbar, die ersten Sektoren der Festplatte waren komplett hinüber. Da sowieso eine neue Festplatte und damit eine Neuinstallation nötig war, habe ich gleich vorgeschlagen, das bisher eingesetzte Windows durch einen einfachen Linux-Server zu ersetzen. Windows-Dateifreigaben sind damit auch kein Problem und die Backups auf den im "Server" verbauten DVD-Brenner zu sichern dürfte mit K3B keine Probleme bereiten.
Ich entschied mich für Ubuntu 6.06 LTS. Das ist zwar schon etwas älter, wird aber noch eine Weile supported. Ich denke mal, in einigen Tagen kann ich dann gleich auf die neue 8.04 LTS aktualisieren. ich warte noch, weil ich denke dass es bestimmt noch Migrations-Probleme geben kann.
Dort arbeitet jetzt also seit etwa einer Woche ein Ubuntu-Server mit Samba und KDE/K3B zum Brennen von DVDs. Die Festplatte wurde durch einen Software-RAID-1-Verbund ersetzt, damit ein Platten-Ausfall erstens schneller bemerkt werden kann und zweitens vielleicht reparabel bleibt.
Der Kunde hat jetzt noch ein wenig Spaß, die knapp 40.000 Dateien, die von der Datenrettungs-Software des PC-Fachhändlers knallhart durchnummeriert zurück kamen inhaltlich zu bewerten und zu sortieren.
Mit dem Linux-PC ist der Kunde allerdings zufrieden, auch wenn es in seinem Tagesablauf keinen nennenswerten Unterschied zu vorher gibt.
Donnerstag, 27. März 2008
Hatte neulich bei einem Desktop-PC versehentlich die Tastatur in den Maus-PS/2-Port eingesteckt. Dank USB-Maus hab ich das Versehen nicht bemerkt.
Linux bootete auch ganz normal und es hat alles funktioniert.
Dann ist mir aufgefallen, dass das BIOS vor dem boot recht lange wartet und dann sagt "No keyboard found".
Linux hat die Tastatur aber trotzdem benutzen können. Als ob nichts wäre. Das find ich mal cool. :)
Sonntag, 9. März 2008
Hier mal kurz eine Erfahrung von heute, auf dass dies vielleicht andere finden, die sich in der selben Situation wiederfinden.
Gestern Abend teilten mir meine Eltern mit, dass ihr Rechner keinen Login mehr macht. Egal welcher Benutzer sich anmeldet, es bleibt immer sofort nach Verschwinden der Login-Maske alles stehen.
Nach einigem Debugging habe ich erstmal aufgegeben (es war spät) und heute früh weiter gemacht. Im Netz habe ich auch nicht wirklich was gefunden was passend war.
Der Lösung näher kam ich als ich ein simples xterm (mittels xinit bzw. .xinitrc) gestartet habe und dort dann "strace kwin" aufgerufen habe. Damit zeigte sich, dass der Prozess beim Locking auf die ~/.qt/.qtrc.lock stehen blieb. Da das NFS-Homedir schon manchmal beim Locking Probleme hatte, habe ich also getippt, es kann daran liegen. Laut rpcinfo -p war aber der nfslockd aktiv.
Über einiges trial und error und den entscheidenden Fund im Netz, dass das Locking Probleme macht, wenn der Server die IP-Adresse des Clients nicht auflösen kann, bin ich dann darauf gestoßen, dass der bind auf dem Server aus mir unerklärlichen Gründen sich nicht für die lokale reverse-Zone zuständig gefühlt hat. Ein einfaches Restart des bind hat genau das behoben, ab dann waren auch lokale reverse-lookups wieder möglich.
Der NFS-Server hat die Situation aber nicht verkraftet, einen restart-Versuch hat er immer mit einem Segmentation fault verweigert. Als ich dann aber den Server-Rechner neu gestartet habe, hat wieder alles wunderbar funktioniert. ohne das ich irgend etwas ändern musste.
Dienstag, 26. Februar 2008
Gestern habe ich vom neuen CAcert Assurer Test gelesen:
To meet the increased demands on quality assurance due to the CAcert Systems Audit, which is needed to be included in Mozilla’s browsers, CAcert has decided to initiate a Challenge for all for Assurers.
To be an Assurer, you will need to reach 100 assurance points, and you will have to pass the Assurer Challenge. The assurer challenge and training system called CATS is so now avaliable. Under http://wiki.cacert.org/wiki/AssurerChallenge you can find the infos how to join and participate.
Natürlich war ich gleich neugierig und habe den Test absolviert. Da ich schon mehrfach auf Fachmessen für das CAcert-Projekt am Stand tätig war, war der Test inhaltlich machbar. Zeitbedarf: deutlich unter 10 Minuten.
Das Problem an der Sache begann danach. Um das Zertifikat »Certified CAcert Assurer« als PDF ausgestellt zu bekommen, muss man eine möglichst verschlüsselte und zwingend mit seinem X.509-Client-Zertifikat signierte E-Mail an CAcert senden.
Und eben das ist mit KMail zur Zeit eine völlige Katastrophe. Zeitbedarf für mich: 1 Tag. ;-)
Der Reihe nach:
KMail benutzt gpgsm zur Verarbeitung von S/MIME. Das Frontend Kleopatra erlaubt das halbwegs komfortable Einfügen meines Zertifikats in gpgsm. Damit gpgsm überhaupt irgendwelche Zertifikate benutzt, will es eine CRL konsultieren:
gpgsm[12626]: can't connect server: `ERR 50331917 can't exec `/usr/bin/dirmngr': Datei oder Verzeichnis nicht gefunden'
gpgsm: can't connect to the dirmngr: IPC "connect" Aufruf fehlgeschlagen
gpgsm: certificate #04BD1F/1.2.840.113549.1.9.1=#737570706F7274406361636572742E6F7267,CN=CA Cert Signing Authority,OU=http://www.cacert.org,O=Root CA
gpgsm: Die CRL konnte nicht geprüft werden: Kein Dirmngr
gpgsm: error creating signature: Kein Dirmngr <GPGSM>
CRLs sind eigentlich grundsätzlich sinnvoll, aber nicht bei gpgsm. Um nämlich bei gpgsm eine CRL zu benutzen, braucht man dirmngr. dirmngr braucht dazu aber auch OpenLDAP und man muss beide Kollegen manuell konfigurieren. Es gibt zumindest bei Gentoo keine dafür brauchbare Standard-Konfiguration.
Also will man bei gpgsm lieber auf eine CRL verzichten. Dazu muss man die Option disable-crl-checks in die Datei ~/.gnupg/gpgsm.conf eintragen.
Das nächste Problem sieht so aus:
gpgsm: Fingerprint=13:5C:EC:36:F4:9C:B8:E9:3B:1A:B2:70:CD:80:88:46:76:CE:8F:33
gpgsm: DBG: BEGIN Certificate `issuer':
gpgsm: DBG: serial: 00
gpgsm: DBG: notBefore: 2003-03-30 12:29:49
gpgsm: DBG: notAfter: 2033-03-29 12:29:49
gpgsm: DBG: issuer: 1.2.840.113549.1.9.1=#737570706F7274406361636572742E6F7267,CN=CA Cert Signing Authority,OU=http://www.cacert.org,O=Root CA
gpgsm: DBG: subject: 1.2.840.113549.1.9.1=#737570706F7274406361636572742E6F7267,CN=CA Cert Signing Authority,OU=http://www.cacert.org,O=Root CA
gpgsm: DBG: hash algo: 1.2.840.113549.1.1.4
gpgsm: DBG: SHA1 Fingerprint: 13:5C:EC:36:F4:9C:B8:E9:3B:1A:B2:70:CD:80:88:46:76:CE:8F:33
gpgsm: DBG: END Certificate
gpgsm: after checking the fingerprint, you may want to add it manually to the list of trusted certificates.
gpgsm: Interaktives vertrauenswürdig-Markieren ist in gpg-agent ausgeschaltet
gpgsm: error creating signature: Nicht vertrauenswürdig <GPG Agent>
Der hervorgehobene Teil führt zum Ziel; man muss in der Datei ~/.gnupg/gpg-agent.conf die Zeile allow-mark-trusted eintragen.
Damit der gpg-agent das auch weiß, muss er neu gestartet werden. Überflüssig zu erwähnen, dass natürlich alle Programme, die den gpg-agent verwenden möchten auch neu gestartet werden sollten. Insbesondere gilt das bei KDE und KMail so, dass KDE neu gestartet werden muss.
Nach dieser Prozedur fragt gpg-agent bei Bedarf in kaputtem UTF-8 nach, ob das Zertifikat okay ist. Bestätigt man das, stürzt er erst einmal ab:
*** glibc detected *** gpg-agent: free(): invalid next size (fast): 0x000000000065d190 ***
======= Backtrace: =========
/lib/libc.so.6[0x2ac27fb11b7d]
/lib/libc.so.6(cfree+0x76)[0x2ac27fb13896]
gpg-agent[0x415452]
gpg-agent[0x409649]
gpg-agent[0x428a38]
gpg-agent[0x40867c]
gpg-agent[0x407851]
/lib/libc.so.6(__libc_start_main+0xf4)[0x2ac27fac01f4]
gpg-agent(realloc+0x1e1)[0x4053c9]
======= Memory map: ========
[...]
Beim nächsten Versuch sollte aber alles soweit klappen.
Damit konnte ich dann eine X.509-signierte und -verschlüsselte E-Mail senden.
Am nächsten Morgen ...
Heute war dann die Antwort von CAcert da, eine E-Mail mit ~140 KB. KMail sagt dazu:
Verschlüsselte Nachricht (keine Entschlüsselung möglich)
Grund: Nicht unterstütztes Verfahren
smime.p7m
S/MIME Encrypted Message
Ende der verschlüsselten Nachricht
Um dieses Problem weiter einzugrenzen habe ich die Datei smime.p7m gespeichert und mit gpgsm auf der Konsole versucht, weitere Infos einzuholen:
$ gpgsm -v --decrypt smime.p7m
gpgsm: unsupported algorithm `1.2.840.113549.3.2'
gpgsm: (Dies ist der RC-2 Algorithmus)
gpgsm: message decryption failed: Nicht unterstütztes Verfahren <GPGSM>
Eine kleine Internet-Such-Aktion später war klar: gpgsm unterstützt den alten RC2-Algorthmus schlicht und einfach nicht mehr. Thunderbird meint aber leider viel zu oft, diesen benutzen zu müssen.
Einzige mir sinnvoll erscheinende Lösung: Ich habe Mozilla Thunderbird installiert, dort meinen IMAP-Zugang konfiguriert, mein X.509-Zertifikat importiert und mit diesem die E-Mail geöffnet und das angehängte PDF gespeichert.
Nach knapp 10 Minuten Assurer-Prüfung und etwa einem Tag Kampf mit S/MIME bin ich nun also offiziell Certified CAcert Assurer Nummer 78. ;-)
Dienstag, 29. Januar 2008
Wer einen Account auf einem Server hat, dem kommt ab und zu das Verlangen, sich in der Fremde einfach mal dort einzuloggen um eine vertraute Umgebung vorzufinden. Seit es um den perfekt konfigurierten »mutt« zu benutzen, schnell im »screen« dem laufenden »irssi« zu zu schauen oder einfach um eine vorher dort hinterlegte Datei zu lesen.
Praktisch ist es natürlich gefährlich, sich von einem nicht vertrauenswürdigen Rechner auf einem Server einzuloggen. Bei der Eingabe des Passwortes auf einem fremden Rechner besteht immer die Gefahr, dass ein böswilliger Admin, ein Schäuble oder die Werbeindustrie einfach alle Tastendrücke aufzeichnet und damit sehr einfach das Passwort für den sicher geglaubten Account erhält.
Um diesem Problem generisch, also für alle fremden Rechner brauchbar zu begegnen, gibt es Einmalpasswörter. Mit diesem Verfahren (das in etwa den TANs vom PIN/TAN-Onlinebanking nahe kommt), gibt es eine Liste von Passwörtern, die jeweils nur einmal gültig sind. Sind die verbraucht, sind sie ungültig.
Unter unixoiden Systemen hat sich dafür das S/Key-System einen Namen gemacht. Es läuft auf den meisten Plattformen und lässt sich sauber z.B. mit PAM einbinden. Das Verfahren ist sehr transparent und die Einmalpasswörter lassen sich mit dem challenge, das vom Server beim Login genannt wird auch extern berechnen. So braucht man keine Papier-Liste mitnehmen sondern kann z.B. mit einem Java-fähigen Handy die Einmalpasswörter (auf einem vertrauenwürdigen Gerät) errechnen lassen.
Sehr edel das ganze, daher haben wir das auch gleich auf schokokeks.org eingebaut. Als Anleitung verweise ich hier mal auf unseren Wiki-Artikel zu Einmalpasswörtern.
Sei noch erwähnt, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, S/Key unter SSH zu benutzen. SSH bringt eine solche Funktionalität selbst mit (Gentoo-USE-Flag skey) und es gibt alternativ dazu das PAM-Modul pam_skey.
Wir haben uns für letztere Variante entschieden, da die SSH-Lösung für den Benutzer weniger transparent ist. Bei SSH wird erst nach dem normalen Passwort gefragt und wenn dies leer oder falsch ist, dann wird nach dem S/Key-Einmalpasswort gefragt.
Bei pam_skey dagegen wird, sofern der Benutzer skey für sich aktiviert hat, gleich nach »S/Key response or system password« gefragt. Ist skey für den Benutzer nicht aktiviert, wird das PAM-Modul einfach übergangen und das normale Passwort abgefragt.
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