Ich mag meine Distri manchmal. Manchmal auch weniger. Heute ist so ein Fall von »weniger«.
Seit ein paar Tagen steht das upgrade von openldap auf einem meiner Server an. Es ist zugegeben nur ein Lern- und Test-Setup, wird aber produktiv für den System-Login meiner Eltern benutzt. Das ebuild spuckt beim kompilieren aus, dass ich bitte vorher die Daten sichern und löschen soll.
Ok, ich halte mich ja gelegentlich an Anleitungen, daher habe ich das getan. Nachdem der Kompiliervorgang etwa eine halbe Stunde gedauert hat, hat die neue Version mysteriöse Dinge gemacht und ließ sich nicht starten. Ich weiß nicht was vorgefallen ist, aber nachdem ich selbst nach einer Stunde noch keinen Schritt weiter war, habe ich beschlossen die alte Version wieder zu installieren um endlich wieder einen System-Login zu ermöglichen. Nach Installation der alten Version lies sich der daemon wieder hübsch starten, aber es war keine Verbindung von nirgendwo her möglich. Auch hier wieder etwa eine Stunde debugging, dann habe ich aufgegeben und die Login-Daten in die /etc/passwd und co eingetragen.
Vielleicht wäre es mit
dem Hinweis im heute veröffentlichten GWN einfacher gewesen. Ich weiß es nicht.
Zumindest stören mich zwei wesentliche Dinge:
- Der GWN, der mir versucht, einige Hürden zu zeigen kommt hinterher, nachdem das Paket schon als stable markiert wurde!
- Die offizielle Anleitung im ebuild (und die einzige Möglichkeit es auf normalem Weg installiert zu bekommen) erfordert eine downtime von über einer halben Stunde!
Ungeachtet dessen, dass ich die alte Version vorher hätte mit quickpkg in ein binpackage verwandeln können, es kann doch nicht sein, dass das Herunterfahren eines Services und Löschen seiner Datenbank über die Dauer des Kompiliervorgangs der richtige Weg ist! Durch die Fehlersuche und das nochmalige Kompilieren kam ich so auf eine stolze downtime von 2-3 Stunden.
Ich muss nicht erwähnen, dass zudem nach dem upgrade elementare Systemkomponenten nicht mehr funktiniert haben weil die LDAP-library nun anders hieß? Ein revdep-rebuild hat ebenfalls nochmal ne Stunde gedauert.
In diesem Punkt erlaubt sich Gentoo leider immer wieder böse Patzer, so dass ich kaum widersprechen kann, wenn jemand behauptet, Gentoo sei nichts für einen Server. Ich werd es weiter betreiben, aber ich bin auch immer wieder entrüstet über die Leichtigkeit mit der hier laufende Systeme getötet werden...