Ja, die
deutsche Domain-Registrierungs-Stelle ist nach dem
Bewertungsverfahren der Firma Telcordia nur auf dem vorletzten Platz gelandet. Dass dabei vielleicht irgendwie nicht alles ganz so fair zuging wie es sein sollte, zeigt die Tatsache, dass der DeNIC unter anderem als ma?gebliches Manko angekreidet wurde, dass sie angeblich eine selbst entwickelte Datenbanksoftware verwendet. Tats?chlich werde jedoch ein kommerzielles Produkt
eines weltweit f?hrenden Anbieters benutzt, was auch in der Bewerbung ausf?hrlich dargestellt worden sei. (Frei nach
Golem)
Golem zitiert ebenfalls Sabine Dolderer aus dem DeNIC-Vorstand zu dem Thema:
"Es ist nicht unsere Absicht, in kleinliche Erbsenz?hlerei zu verfallen, aber es sieht so aus, als w?re der Bewertungsbericht unter gro?em Zeitdruck entstanden, was auf Kosten der Qualit?t ging. Gerade weil alle Bewerber, wie Telcordia selbst einr?umt, sehr eng beieinander lagen und alle f?hig sind, .net zu verwalten, sind solche handwerklichen Fehler problematisch, da sie die wahre Leistungsf?higkeit falsch wiedergeben"
Klar, es reicht ja etwas in die Bewertung einfliessen zu lassen, es auch richtig recherchieren ist was anderes. :-(
However, was mich pers?nlich viel mehr st?rt, ist dass die Entscheidung aller Vorraussicht nach wieder zu Gunsten von VeriSign f?llt, die auch schon bisher die .net (und .com,
bis 2002 auch .org) Domains verwaltet.
Mit VeriSign verbindet mich eine tiefe Antipathie, denn sowohl als ?bergro?e Registry als auch als root-DNS-Server-Betreiber als auch im Bereich der SSL-CAs hat VeriSign jeweils fast Monopol-Charakter und das ist IMO zuviel des Guten.
Grade in dem Bereich ist es besonders heikel, da VeriSign de facto einen gro?en Teil von ICANN ausmacht und "zuf?llig" eine Firma die Neuvergabe entscheidet, die VeriSign nahe steht. Zudem noch wird Telcordia zu relevantem Teil aus R?stungs-Geldern der USA finanziert, daher war schon irgendwie abzusehen, dass die .net-Registry den nordamerikanischen Kontinent nicht verlassen wird. Schade, dass sich Verschw?rungstheorien immer wieder best?tigen.
Weiterer Artikel dar?ber bei
Heise
Heise legt dann auch gleich noch nach mit
einem Artikel der uns erkl?rt, warum die Geb?hren f?r ICANN-Domains (erstmal insbesondere .net) jetzt angehoben werden m?ssen. Ach. Und das alles nur damit VeriSign nicht pleite geht. Drecksverein. Sorry.
Kleines Beispiel was ein ?berm?chtiges VeriSign machen kann:
SiteFinder, eine Wildcard f?r .com-Domains. D.h. jede Domain ist per DNS aufl?sbar und verweist auf eine Werbeseite von VeriSign. Man kann nicht mehr am DNS erkennen ob eine Domain existiert oder nicht. Zum Gl?ck wurde der Dienst gleich
wieder abgeschaltet.