Sunday, December 16. 2007
Seit einiger Zeit habe ich ein Nokia 6230i und kann das auch per Bluetooth nutzen. Seit wenigen Tagen merke ich, dass gammu mit der Konfigurationsdatei die ich hier geklaut habe elendig langsam funktioniert. Jede Aktion dauert erstmal 2 Minuten für den Verbindungsaufbau.
Anhand der Gammu-Doku habe ich jetzt gesehen, dass mittlerweile offenbar ganz andere Namen für die selben Optionen eingeführt wurden. Nach einigen ausprobieren kam ich auf folgende Konfiguration: [gammu]
model=6230i
port=00:17:E3:8E:FA:BC
connection=bluerfphonet
synchronizetime=no
use_locking=no
startinfo=no Ergebnis: Der Verbindungsaufbau dauert jetzt ca. 3-4 Sekunden. nicht vollkommen perfekt aber erträglich.
Für die besserwissenden Hacker: Das Einschalten von use_locking erzeugt als User einen »permission denied«-Fehler. Das Einschalten von synchronizetime verstellt jedes mal die Uhr, da es nur Stunden und Minuten synchronisiert, nicht aber die Sekunden. Sekunden werden immer auf Null gesetzt. Nein, ich habe den Bug nicht reported.
Monday, December 10. 2007
Neulich konnt eich mich endlichmal aufraffen, mich um automatisiertes Onlinebanking zu kümmern um nicht immer alle Lastschriften für schokokeks.org manuell machen zu müssen.
Die gute Nachricht zuerst: Es geht einfacher als ich vermutet hatte. Ich benutze jetzt diese Kommandozeile:
aqbanking-tool debitnote --bank=60291120 --account=671279017 --rbank=12345678 --raccount=192837465 --rname="Kundenname" --value="123,00:EUR" --purpose="schokokeks.org" --purpose="Re-Nr. 1234, Kd-Nr. 05" --purpose="vom 2007-12-01" --force-check --exec
Diese Zeilen lasse ich mir von einem Script zusammen bauen, das die Daten der aktuell offenen Rechnungen aus der Datenbank liest.
Aber nun zum Ernst der Lage:
Ich hatte vor einiger Zeit in einem Blog-Posting dazu aufgerufen, dass man an das AqBanking-Projekt spenden sollte, damit der Entwickler die Spezifikationen für die neuen Volksbank-Karten kaufen kann.
Ich hatte diesen Aufruf nicht gelöscht oder geändert, weil ich der Meinung war, auch wenn diese Spezifikationen jetzt beschafft wurden, sollte der Autor einen Anreiz haben, den Code auch zu schreiben.
Jetzt allerdings muss ich diesen Aufruf entschieden zurücknehmen. Der Grund dafür ist hier zu finden:
http://www.aquamaniac.de/sites/aqbanking/user.php#aqbanking-cli
Eben dieses Kommandozeilen-Programm, mit dem ich obigen Kurztipp durchführe, wird aber der kommenden Generation der AqBanking-Schnittstelle kommerzielle Software werden und nicht mehr frei zur Verfügung stehen.
Natürlich ist das keine komplette Katastrophe, man kann (vermutlich) eines der auf AqBanking aufbauenden Programme als Vorlage für ein relativ minimalistisches, neues Kommandozeilen-Programm benutzen. Aber alleine das Vorgehen, dieses Programm ohne Erklärung, mit der fadenscheinigen Begründung "Da dieses Tool hauptsächlich professionell benutzt wurde, ist es nun nicht mehr frei verfügbar", kommerziell zu machen, finde ich sehr bedenklich.
Kombiniert mit der Erkenntnis, dass dieses Projekt nur Code annimmt, wenn die vollständigen und uneingeschränkten Verwertungsrechte an Martin Preuss übertragen werden, finde ich dieses Projekt ab sofort nicht mehr unterstützenswert. Trotz der unbestrittenen Leistung, die Martin Preuss in dieses Programm investiert, finde ich diesen Umgang mit Code-Beiträgen Dritter nicht angemessen für ein freies Projekt.
Saturday, December 8. 2007
Folgenden Betreff hatte eine Spam-Mail, die mich grade durch den Spamfilter erreichte:
Ich war platt, als ich.... / I WAS A LOW GERMAN WHEN I SAW HOW MUCH MONEY.......
Gestern war ich in Tübingen bei der offiziellen Absolventenfeier des Sportinstituts. Ich saß nur im Zuschauerraum während Nici vorne sitzen musste. ;-)
Was mich am meisten gestört hat, ist bestimmt ein alter Hut, aber mir ist es bis dato noch nicht aufgefallen: heutige Digicams haben einen Startsound. Ca. 10 mal hörte ich von nicht weit entfernt ein Klimpern wie ein verkrüppelter Windows-Standard-Startsound. Immer ca. 1 Minute später das Sample rückwärts (oder so ähnlich). Die Frau, der offensichtlich dieses Gerät gehört, hatte irgendwann einen tief-roten Kopf und schaute ganz unglücklich drein wenn sie ein Foto machen wollte.
Auf die Idee, dass man dieses tolle Feature vielleicht auch einfach ausschalten könnte, scheint sie nicht gekommen zu sein.
Auf die Idee, so eine Funktion in einen Fotoapparat (!!) einzubauen wär ich aber auch nicht gekommen.
Diese Woche erschien die neue Version der Handy-Java-Software »Mobile Trail Explorer«, Version 1.8.
Mit dieser Software und einem Bluetooth-GPS-Empfänger ist es möglich, GPS-Tracks aufzuzeichnen. Das größte manko der Vorversion war, dass die Software gelegentlich beim Speichern abstürzte (die berüchtigte "OutOfMemoryException") und damit der komplette Track weg war. man durfte also nicht vergessen, nach spätestens 500 Trackpoints zu speichern, da sonst die Datenmenge zu groß wurde.
Nicht so mit der neuen Version!!
Jetzt gibt es die Option "GPX-Stream". Dabei wird sofort begonnen, die Datei zu schreiben. Die Software schreibt Punkt für Punkt in die Datei und hält nicht einfach alles im Speicher. Dadurch gibt es keine Wartezeit und kein Speicherproblem nach Abschluß der Aufzeichnung.
Kurzanleitung:
- Menü
- Manage Trails
- Option
- New GPX stream
- Dann kommt die Frage des Telefons ob auf die Speicherkarte geschrieben werden darf
- Danach noch »Start/Stop recording«
- Nach Abschluß der Aufzeichnung (»Start/Stiop recording«) kommt der üblicher Speichern-Dialog, mit der zusätzlichen Option am Ende »Close GPX Stream«
- Der Name der resultierenden Datei beginnt mit »stream_«
Besonders erwähnenswert:
Wenn das Programm abstürzt oder versehentlich beendet wird, geht nichts verloren! Beim nächsten Start fragt das Programm ob der alte GPX-Stream fortgesetzt werden soll. tut man das nicht (»Forget about it«), hat man aber auch trotzdem noch eine Datei, bei der man nur das XML manuell schließen muss, die Punkte sind dennoch alle drin.
Noch nicht getestet habe ich, ob in diesem GPX-Stream auch die Waypoints drin sind.
Nach diesem ersten Eindruck der neuen Version: Prädikat »Absolut empfehlenswert!«
Ja, die wesentlichste Neuerung war, dass das Program OSM-Tiles als Hintergrund anzeigen kann und damit die eigene Route live visualisieren kann. Aber ohne vernünftige Daten-Flatrate und ohne schnellere Verbindung ist das für mich etwas sinnlos. Ich freu mich einfach über die neue GPX-Stream-Funktion.
Als ich mein Nokia-handy 6230i gekauft habe, konnte ich sofort und ohne die von Hanno mehrfach beklagten Probleme mit dem Programm obexftp auf Handy-Speicher und die mitgelieferte 32-MB-MMC-Karte zugreifen.
Mit Erwerb einer neuen Karte mit 1 GB (Da Nokia denkt, das Handy kann mit solchen Karten gar nicht, bieten die solche Karten erst gar nicht an), trat bei mir aber das selbe Problem auf: Ich konnte auf Daten auf der Speicherkarte nicht mehr per obexftp zugreifen.
Gestern habe ich durch Zufall die Lösung gefunden: Aus irgendwelchen Gründen schafft es das Handy mit dieser Karte nicht, den Verzeichnistrenner semantisch zu verstehen sondern will da unbedingt einen Backslash (\) haben. mit der Nokia-Karte ging auch ein normaler Slash (/).
Ich lade jetzt also mit dieser Kommandozeile meine Daten herunter:
obexftp -b 00:17:E3:8E:FA:BC -o stream_20071207_1638.gpx -G 'Speicherkarte\Tracks\stream_20071207_1638.gpx'
directory-listing geht mit
obexftp -b 00:17:E3:8E:FA:BC -l 'Speicherkarte\Tracks'
Die Besonderheit dabei: obexftp versteht den Backslash nicht als Verzeichnistrenner. So geht z.B. das da nicht:
obexftp -b 00:17:E3:8E:FA:BC -c 'Speicherkarte\Tracks' -G stream_20071207_1638.gpx
Daher das Konstrukt mit -o, da sonst die Backslashes in den Dateinamen der Zieldatei übertragen werden.
Tuesday, December 4. 2007
Leider beziehen sich gefühlte 99,9% aller Bluetooth-unter-Linux-Anleitungen zur Zeit auf BlueZ 2. Gentoo bietet aber im unstable-Bereich seit langem BlueZ-3-Pakete.
Da dieser Versionssprung sehr umfangreiche Änderungen mit sich bringt, funktioniert das koppeln nicht mehr anhand der bisherigen Anleitungen. Insbesondere das Eingeben der PIN ist nicht ganz trivial unter BlueZ 3.
Daher hier der entscheidende Tipp:
Zuerst wie gehabt mit hcitool scan die Hardware-Adresse des Gegenüber herausfinden. Dann mit passkey-agent 1234 00:17:E3:8E:FA:BC die PIN in Stellung bringen (1234 ist die PIN, das dahinter die Hardware-Adresse des Gegenüber).
Sobald dieses Programm wartet, kann man mit dem anderen Gerät (z.B. Handy) die Kopplung einleiten. Nach Erfolgreicher Kopplung beendet sich passkey-agent von selbst und die PIN ist für das gekoppelte Gerät gespeichert.
(Ja, es gibt 2 oder 3 Gnome-Tools, die die PIN live abfragen, aber warum sollte man Gnome-Programme installieren wenn es auch ohne geht.)
Monday, December 3. 2007
Telepolis brachte heute einen Artikel über den von Innenminister Schäuble vorgeschlagenenen Umgang mit Verdächtigen des Terrorismus. Nun, natürlich ist "Terrorismus" im Schäuble-Slang nicht ganz das was man naiver Weise erwarten würde, aber die Kernaussage ist doch sehr einfach: Diejenigen, die sagen, Guantanamo ist nicht die richtige Lösung, müssen auch bereit sein, darüber nachzudenken, was die bessere Lösung ist, denn allein mit der Kritik ist kein Problem gelöst. Nette Einstellung, Herr Schäuble...
Für mich persönlich ist es ja sehr ungewöhnlich, dass ich überhaupt öffentlich eine politische Meinung äußere, aber das hat unser Innenminister geschafft. Jetzt, da eigentlich jeder des Terrorismus verdächtigt wird und des Terrorismus Verdächtigte nach Guantanamo kommen sollen, da mag sogar ich ein bisschen Stellung beziehen.
Was mich an der ganzen Debatte am meisten wundert ist, wie andere CDU-Politiker mit der Situation umgehen. Mir ist bisher einfach komplett rätselhaft, wie es ein normaler Mensch aushalten kann, ständig in einen Topf mit Schäuble geworfen zu werden. Und was ist mit der SPD? Stört es dort niemanden, dass hier dank Koalition alles auf alle projeziert wird, was Herr Schäuble sagt? Ich bin ziemlich perplex über das Schweigen sämtlicher Personen, die sich mit dieser Politik identifizieren müssten.
Natürlich sollte in einer Koalition oder innerhalb einer Partei nicht jede Meinungsverschiedenheit öffentlich ausgetragen werden, das hat Frau Merkel korrekterweise mehrfach betont und offenbar auch im Griff. Aber wenn es einen gewissen Gegenpol gibt, sollte das die Öffentlichkeit mitbekommen. Da sie das nicht tut, nehme ich an, so einen Gegenpol gibt es nicht. Irgendwelche Basis-Grünen machen immer wieder etwas Wirbel ohne dass das jemanden interessieren würde (noch nichtmal die ganze Partei bezieht Stellung!), lediglich die FDP bekennt sich immer wieder (mehr oder weniger) geschlossen gegen diesen Wahnsinn.
Leute, es ist zwar noch etwas hin, aber bedenkt mal, dass man Vertrauen nicht mal eben in einem Wahlkampf erreicht. Würde sich bitte wenigstens irgend eine Partei mal auf den Weg machen, das Vertrauen derer zu gewinnen, die da nicht mitmachen wollen? Danke.
Und nein, das was sich Herr Schäuble als Wir-schützen-die Bevölkerung-Politik vorstellt schafft nicht wirklich Vertrauen!
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