Sonntag, 26. Juni 2005
Das war doch mal ein LinuxTag der sich f?r mich fast nur der angewandten Kryptographie gewidmet hat.
Erst war ich beim CAcert-Stand, wo man 120 Punkte bekommen konnte. So viele brauchte ich zwar nicht, habe jetzt aber die 150 voll und kann 35 Punkte verteilen. Nett. ;-)
Dann war PGP-Key-Signing-event mit angemeldeten 154 Leuten. Ich sch?tze mal etwa 120 werden da gewesen sein. Einen Tipp f?r die Organisatoren: Macht doch bitte die Hashsummen nicht nur ?ber den Zettel zum ausdrucken sondern auch ?ber die .asc-Datei mit den keys, denn dann m?sste man die Fingerprints gar nicht mehr einzeln pr?fen. So war das einigermassen langwiehrig, jeden FP gegen die Liste zu pr?fen. Naja, dank gpg-agent war das Passphrase-Eingeben nicht mehr jedes Mal notwendig, das bringt schon was. :) Ich geh?r ?brigens zu der Sorte Leute, die andere Keys nach dem signieren einfach auf einen keyserver hochladen, wenn man nichts explizit dazusagt. Das liegt vielleicht daran, dass ich es scheisse finde, jetzt 120 * 5 verschl?sselte Mails zu bekommen, in denen je eine sig f?r eine UID drin ist. Ich muss also 600 Mal eine .asc-Datei aus dem Anhang speichern und impotieren oder copy&pasten. Danke Leute, das ist auch nicht nett! :-/
Nicht wirklich tauglich ist da das Debain-Schema, die Leute senden erst eine Anfrage, die man beantworten muss und danach kommt der key auch nochmal einzeln. wenigsten k?nnen die den key gleich hochladen, schonmal was.
Nunja, ich bekam heute schon ~30 Mails mit einzelnen sigs und Anfragen, mal sehen wie das so nach und nach weitergeht. Jedenfalls sollte ich bald ein paar mehr Signatiren haben und ich hoffe das erweitert meinen Horizont auf einigen Mailinglisten. :-)
Donnerstag, 23. Juni 2005
Was gibt es sch?neres als an einem derart heissen Sommertag die Roll?den runterzulassen und sich intensiv mit der Problematik "PHP via SuExec" zu besch?ftigen? Richtig, nichts. ;-)
Nach langem Doku-w?lzen und immer wiederkehrenden Problemen und Widerspr?chen hab ich verzweifelt an die Gentoo-user-de-Liste geschrieben und da kam dann auch der entscheidende Tipp von Tobias Orlam?nde (nochmal ein gro?es Danke an dieser Stelle!).
Jedenfalls l?uft dieses Blog jetzt als CGI unter meinem user-account!
Wie wir das letztlich realisiert haben, schreibe ich in diesem Artikel kurz auf. Wenn was unklar ist, bitte fragen, wer Erg?nzungen hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen!
Update: Dominik Brettnacher hat vorgeschlagen, im Wrapper-Shellscript vor den Aufruf von PHP noch ein "exec" zu setzen, damit die shell durch php ersetzt wird und nicht parallel weiterl?uft. Danke f?r den Vorschlag, habe ich gleich hier eingebaut!
"PHP mittels SuExec als CGI unter Gentoo" vollständig lesen
Wie vor einiger Zeit gebloggt ist OASIS ein offizieller Europaweiter Standard zur Speicherung von Office-Dokumenten.
Bis dato gab es noch keine fertige Software, die das Format lesen oder schreiben kann, doch jetzt ist KOffice in Version 1.4 erschienen, das dieses Format nutzt.
Noch ein Grund mehr schnell mal auf dem LinuxTag zum Microsoft-Stand zu gehen und fragen was an dem (noch zu schaffenden) Ger?cht dran ist, dass das neue Office endlich das OASIS-Standard-Dokumentenformat benutzen k?nne. Immerhin ist das das Format in dem Beh?rden in der EU zuk?nftig Dokumente speichern und austauschen m?ssen.
Samstag, 18. Juni 2005
Obwohl ich Anhalter-technisch ein extremer Sp?tentwickler bin (ich hab's erst letztes Jahr gelesen), so bin ich doch m?chtig froh, dass ich es ?berhaupt gelesen habe bevor der Film jetzt in die Kinos kam.
Kurz zum ?berblick f?r die, die das Buch nicht kennen: Douglas Adams, ein britischer Autor mit einem Sinn f?r Humor ? la Monty Python, schrieb 1977 ein Science-Fiction-H?rspiel, mit dem Namen Per Anhalter durch die Galaxis (OT: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy). In dieser Story wird Science-Fiction (eigentlich ist es kein Science-Fiction sondern nur Fiction) irgendwie komplett anders dargestellt als es ?blich ist. Diese Geschichte wurde danach auch als Buch ver?ffentlicht, was dann weltweit bekannt und ordentlich verkauft wurde. Grade beim technik-affinen Publikum wurde der Roman zu einem Kultbuch, warum auch immer. Die Begriffe "Babelfisch" und "42" sollte man als moderner Mensch schon irgendwie kennen, wenn man mitreden will. Sag ich jetzt, wo ich's kenne. ;-)
Ok, wie angedeutet war ich gestern im Kino in besagtem Film. Meine Meinung dar?ber ist sehr zweigeteilt. Mein erster Eindruck war: Grottenschlecht. Irgendwie war der Film so distanziert, alles wurde emotionslos abgespult. Dann habe ich heute den Bericht auf Telepolis (seit wann machen die Filmkritiken) gelesen und nochmal dr?ber nachgedacht. Irgendwie hat der Autor des Artikels ja schon recht, man kann dieses total konfuse Buch nur ebenso undurchsichtig verfilmen. Keiner w?rde glauben dass ich sowas je sagen w?rde, aber ich denke diese Story ist nicht verfilmbar. Das Buch ist klasse, vielleicht sag ich das nur weil ich die H?lfte nicht kapiert habe oder vielleicht macht es das so gut, dass man das Gef?hl hat es ist zu gut als dass man es komplett verstehen k?nnte. However, es war letztes Jahr das einzige Buch seit mehreren Jahren das ich gelesen habe und ich hab es schnell gelesen.
Wer das Buch nicht kennt, sollte es meiner Meinung nach lesen bevor er den Film anschaut. Den mittlerweile horrenden Eintrittspreis von 7 Euro (pro Person!) konnte der Film bei mir nicht rechtfertigen. H?chstens die Erz?hlersequenzen des Reisef?hrers und Marvin, die sind neben der durchaus interessant-attraktiven weiblichen Hauptrolle die Lichtblicke des Film. Die Rolle des Zaphod ist wohl recht nah an dem wie er laut Buch sein sollte, mir kam er aber im Buch eher sympathisch vor, im Film mochte ich den gar nicht.
Fazit: Wer das Buch kennt, kann sich den Film mal irgendwo raubkopieren organisieren im Kino anschauen. Und ich find's geil dass mir der Film klar machen konnte was ich jahrelang bestritten habe: Ein Film kann ein Buch nicht vollwertig ersetzen. Gut, das kapiert zu haben.
Donnerstag, 16. Juni 2005
Dass in Deutschland (und vermutlich auch sonst in vielen L?ndern) manche Juristen ihren Lebensunterhalt mit Abmahnungen aufbessern, die v?llig unn?tig und oft skurril sind ist ja nicht neu.
Durch einen aktuellen Telepolis-Artikel bin ich grade nochmal auf einen der bekanntesten Website-Abmahnungs-F?lle gesto?en den ich kenne: Symicron.
Kurz zusammengefasst geht es um eine Firma, die im Jahre 1995 (na, was kam da denn auf den Markt?) die Marke "Explorer" angemeldet hat. Es gab nie ein Produkt, das so hiess, eine Zeitschrift hat sogar 2500 DM Finderlohn auf ein Produkt dieses Namens von dieser Firma ausgesetzt und bekam keine Ergebnisse. Angeblich soll Symicron daraufhin von einem bekannten Hersteller bunter Betriebssysteme ein nettes S?mmchen kassiert haben. Leider ist das S?mmchen im Vergleich ausgeschw?rzt.
Mit diesem Apettithappen ging's dann privaten Websites an den Kragen und der allseits bekannte Freiherr von Gravenreuth verschickte munter Abmahnschreiben an alles was sich per Google zum Thema "Explorer" oder genauer "FTP-Explorer" finden liess. Das waren alle Mirrors von SelfHTML. Jeder sollte die Kosten f?r das individuell ausgearbeitete Schreiben mit jeweils ?ber 1500 DM (sigh!) zahlen.
Doch zum Gl?ck gibt es auch bei den Juristen offenbar einige Leute die da den Durchblick behalten haben. Im Fall von Ulrike Strieder berichtet Heise von der Entscheidung des 20. Zivilsenats des Oberlandesgerichts D?sseldorf:
Der Senat entschied, dass Strieder die Anwaltskosten nicht bezahlen muss. Es sei in der Verhandlung unwidersprochen von etwa 80 gleich gelagerten F?llen die Rede gewesen, die mit Hilfe von Suchmaschinen ermittelt wurden und zu Serienabmahnungen gef?hrt h?tten. "Ein derartiges 'Massengesch?ft' erfordert auch im Bereich des Markenrechts nicht die Einschaltung eines Rechtsanwalts", so die Richter. Da unstreitig Abmahnschreiben mit Textbausteinen verwendet wurden, h?tte Symicron ohne weiteres einen Musterbrief verwenden k?nnen, "dann w?rden als zu ersetzende Kosten regelm??ig nur die reinen Portokosten und Kosten f?r Papier etc. entstehen".
Wow, das hat gesessen. Doch das beste kommt danach:
Das Gericht ging sogar noch weiter: Da es sich bei Symicron um ein Software-Haus handelt und Strieder ?ber einen Internet-Anschluss mit E-Mail-Adresse verf?gt, "k?nnte die Abmahnung per E-Mail praktisch kostenlos erfolgen". Damit k?nne Symicron ihre markenrechtliche Position eben so gut wahren. Die Richter wiesen darauf hin, dass sich Symicron gem?? ?670 BGB "am Interesse der Abgemahnten" zu orientieren habe sowie daran, "ob und inwieweit die Aufwendungen f?r die Abmahnung angemessen sind und in einem vern?nftigen Verh?ltnis zur Bedeutung des Gesch?fts und zum angestrebten Erfolg stehen".
Und jetzt bin ich baff.
Trifft das nicht auf eigentlich alle, also auch einzelne Abmahnungen bez?glich (privaten) Website-Betreibern zu? Sp?testens jetzt muss man doch auch davon ausgehen, dass jeder Anwalt, der f?hig ist eine Website abzumahnen auch die (technische) F?higkeit besitzt, eine E-Mail an den Betreffenden zu senden. Besser noch: Der Anwalt sollte eigentlich garnicht gebraucht werden, der Rechte-Inhaber selbst kann die E-Mail senden.
Heise weiter:
Aufgrund des geschilderten Sachverhalts bestehen nach Auffassung des Gerichts sogar "deutliche Ber?hrungspunkte zum Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs". Wer unn?tige Anwaltskosten f?r Abmahnungen veranlasse, setze sich dem Verdacht aus, dass er daraus "eine selbst?ndige Einnahmequelle f?r sich selbst oder f?r einen nahestehenden, mit ihm zusammenwirkenden Anwalt" machen wolle.
Dass das in der Realit?t ziemlich oft genau so ist, n?mlich dass Abmahnungen mehr dem Anwalt bringen als dass sie n?tig w?ren, ist bekannt aber dass sowas juristisch bemerkt wird ist dan doch eher selten.
Dieser Heise-Artikel bringt mir aber wieder etwas Hoffnung ins deutsch Justiz-System. Wenn ein Gericht im Jahr 2001 schon so argumentieren konnte, dann wird es das hoffentlich im Jahr 2005 ff ?hnlich hinbekommen. Ich will's hoffen, im Namen derer die wegen irgendwelcher unn?igen Kleinigkeiten teure Abmahnungen bekommen.
Btw, ich habe mir erst am Dienstag nach der Informationsrecht-Vorlesung ?berlegt, dass es eigentlich eine Sauerei ist, dass ich als Rechnugs-Steller, also wenn mein Kunde seinen Vertrag nicht erf?llt, mindestens eine kostenfreie Zahlungserinnerung versenden muss und im Gegenzug ein dezenter Hinweis auf eine m?gliche Urheber- oder Markenrechtsverletzung >1000 Euro kosten kann. Ich bin f?r gleiches Recht f?r alle, entweder man muss einmal (mit vern?nftiger Frist) kostenlos hinweisen oder ich stelle Mahnungen meiner 10-Euro-Rechnungen in Zukunft immer mit 50 Euro Mahngeb?hr aus. W?r doch mal was.
Auch wenn ich eigentlich warten wollte bis das ganze etwas billiger wird, hab ich mich doch dazu verleiten lassen, meine "Star Wars III" Kinokarte gegen einen 10-Euro-Rabatt f?r die DVD-Box "Star Wars IV-VI" einzutauschen. 39 Euro f?r 3 alte Filme ist mir unter normalen Umst?nden zu teuer, aber das z?hlt jetzt mal als Klassiker.
Da ich gestern Abend nicht grade fit war hab ich gedacht, machst nen Kompromiss und schaust erstmal nur das Bonusmaterial an, die Filme dann erst im Wachzustand. Da wurde ich irgendwie positiv ?berrascht. Normal finde ich Bonusmaterial ?berfl?ssig und reine Preistreiberei. Aber hier ist eine 2,5 Stunden (!!) lange Dokumentation zu den Anf?ngen, von der Idee zu einem Science-Fiction-Film ?ber wie Gerorge Lucas es geschafft hat, den zweiten Film privat zu finanzieren und bis zu einem Bericht ?ber etwa ein halbes Dutzend Firmen, die nur f?r Star Wars gegr?ndet wurden und bis heute Weltbekannt sind (THX, Industrial Light & Magic (ILM), das was heute "Pixar" heisst, Lucasfilms, Lucasarts, ...).
Diese Darstellung ist irgendwie verdammt eindrucksvoll. Klar ist es aus der Sicht von Lucasfilms erz?hlt und daher erwarte ich dass es cool klingt, aber die Gastkommentare von "Freunden" des Chefs wie Steven Spielberg, Peter Jackson, James Cameron und anderen bekannten Namen sind schon nett. ;-) Man nimmt George Lucas einfach ab, dass er immernoch ein Independant-Regisseur ist.
Kleine Ankdote (wusste ich vorher nicht): Star Wars hatte wegen des pomp?sen Anfangs darauf verzichtet, die Darsteller et cetera zu Beginn einzublenden sondern verschob das auf das Ende. Weil das damals in der Vereinigung der Hollywood-Filmemacher verboten war, musste George Lucas einiges an Strafe zahlen und trat daraufhin aus der Vereinigung aus. Das war der (Haupt-)Grund, warum Steven Spielberg nicht bei "Star Wars V" Regie gef?hrt hat, weil der noch in der Vereinigung war und es ihm daher verboten wurde. Heute kommt der Abspann bei jedem Film an Ende, Lucas hat das angefangen. Krass, oder? ;-)
Also, wer auf solche Filme steht, die Box noch nicht hat und eh noch eine "Star Wars III" Kinokarte rumliegen hat kann die noch bis Ende Juni 10 Euro billiger bekommen. Ach, was sind schon Prinzipien (wegen max. 10 Euro pro Film und so) wenn es um Klassiker der Filmgeschichte geht. Auch wenn's nur die digital ?berarbeiteten Fassungen aus den 90ern sind. ;-)
Freitag, 10. Juni 2005
UDev ist was feines. ;-)
Nachdem ich vor einiger Zeit meine SCSI-emulierenden Ger?te (USB-Stick, MP3-Player, externe Laufwerke) ordentlich per UDev benannt habe, komm ich nicht mehr durcheinander welches Ger?t wohin gemountet wird.
Heute hat mich Daniel darauf hingewiesen, dass man damit auch Netzwerk-Interfaces benennen kann. Das ist mindestens genauso wichtig, da hier manchmal von einer Kernel-Version zur n?chsten die Reihenfolge der Treiber ge?ndert wird und demzufolge dann die Karten vertauscht sein k?nnen. Besonders schlimm ist das dann, wenn man mehrere Karten des selben Herstellers eingebaut hat.
Um die Daten der Netzwerkkarte herauszufinden, bietet sich udevinfo an (oder man schaut selbst im sysfs nach. ;-)):
udevinfo -a -p /sys/class/net/eth0
Dann kann man einfach anhand der MAC-Adresse eine Regel erstellen, die der Karte einen tollen Namen gibt:
KERNEL="eth*", SYSFS{address}="00:c0:9f:21:8a:f2", NAME="lan" KERNEL="eth*", SYSFS{address}="00:04:23:4d:a4:52", NAME="wlan"
Nach dem n?chsten reboot sollten dann die Netzwerk-Interfaces entsprechend benannt sein und ifconfig -a zeigt die neuen Namen an.
Ach ja: Die MAC-Adresse kann man hier ruhig verwenden, denn bei einem reboot wird automatisch die MAC-Adresse auf die eingebaute MAC-Adresse gesetzt, egal ob man sie davor ge?ndert hatte. D.h. das Matching der udev-Regel kommt vor einem eventuellen MAC-address-scramblings. ;-)
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