Donnerstag, 24. März 2005
Der Spiegel hat in der immer wieder interessanten Rubrik Zwiebelfisch heute einen recht ordentlichen Artikel ?ber die E-Mail und wie man sie bitte nicht benutzen soll. Lesenswert.
Mir pers?nlich geht der Artikel nat?rlich nicht weit genug, aber er geht in die richtige Richtung.
Dienstag, 22. März 2005
Gestern erschien in der Netzwelt von Spiegel Online ein Artikel mit dem Thema "Linux-Betriebssystem: Qu?len an der Quelle".
Prinzipiell ist ja nichts daran auszusetzen, wenn ein Redakteur seine pers?nlichen Traumata in einem Artikel niederschreibt, hier jedoch klingt das irgendwie nach seri?sem Journalismus und daf?r ist der Artikel dann doch etwas arg Unsachlich.
Kurze Zusammenfassung:
Alle Welt findet Linux ganz toll. Der (virtuelle?) user "Raptor", seines Zeichens gefrusteter Windows-user, installiert sich ein (SuSE-)Linux-System. Wie gewohnt, funktioniert alles, bis auf das WinModem. Raptor entschliesst sich heldenhaft dazu, nicht aufzugeben sondern fragt nach Tipps, wie man denn das WinModem doch irgendwie zum Laufen bekommen kann. Nach einigen Tipps (und Monaten?) geht es dann mit dem HSF-LinModem-Treiber, bei dem scheinbar einiges manuell kompiliert werden musste. Der ach so heldenhafte "Raptor" macht nun sein System-Update, unter anderem den Kernel, und dabei geht nat?rlich seine ganze Arbeit hopps.
So, wer auch nur einen Funken Ahnung von Linux hat, weiss das und entscheidet sich vorher, ob es das Gefrickel wirklich wert ist. Wer keine Ahnung hat, soll sich einfach ein Modem kaufen und das benutzen.
Was ich daran nicht verstehe ist, warum Leute Ger?te kaufen, auf denen un?bersehbar "Designed for Microsoft(R) Windows(R)" draufsteht, um dann Linux als Scheisse zu definieren, wenn eben jene Hardware nicht tut. Verdammte Kacke, warum steht da wohl drauf, dass es f?r Windows(R) gemacht ist? Mann, Mann...
Naja, heute geht das Linux-Bashing in die zweite Runde, diesmal mischt der Autor zu seinen WimModem-Psychosen noch eine geh?rige Portion Microsoft'sche Propaganda und Unwisswenheit und r?hrt kr?ftig um.
Freitext-Zusammenfassung:
Die Linux-User behaupten immer, Linux sei so Fehlerfrei und Absturz-sicher. Dennoch hat der Autor einige "Informatik-Profis" gefunden, die ihm best?tigt haben, dass man heutzutage haupts?chlich auf Fehler-Behandlung aus sein sollte, nicht auf Fehler-Vermeidung, denn Fehler lassen sich eh nicht vermeiden, daf?r ist alles zu komplex. Aha.
However, dann ist Linux zudem noch per Definition schlecht, weil seine Konzepte ja schon 30 Jahre alt sind, das kann ja nichts taugen, Windows ist da viel moderner.
Treffend dazu ein Kommentar im Forum:
An Herrn L?ber: - Warum erw?hnen Sie nicht das der Linux-Kernel - das was eigentlich Linux ja ist - in den 90er-Jahren entstenden ist. Windows ist in den 80er-Jahren entstanden, und somit bedeutend ?lter und veralteter. - Warum erw?hnen Sie nicht das viel Unix-Technologie auch in Windows gewandert ist. Alles was TCPIP-m?sig in Windows abgeht kommt aus den 70er-Jahren. Aber warum auch nicht. - Warum erw?hnen Sie nicht das Microsoft erst vor ein paar Jahren mit einer Lizenzzahlung an SCO zugegeben hat das Microsoft jahrelang unrechtm?sig UNIX-Code geklaut hat und eingesetzt hat? So schlecht kann der Code nicht sein, wenn man es schon notwendig hat ihn zu klauen. ... und vieles mehr. Komisch das Sie darauf nicht hinweisen. Wenn Sie korrekt recherchirt h?tten dann w?ssten Sie das.
Intreressant finde ich, dass es nur ganz wenige Windows-Verteidiger unter den Kommentatoren gibt. K?nnte aber auch daran liegen, dass Links zu dem Artikel heute auf faktisch allen Linux-Seiten gepostet wurden.
Bei einem etwas ?lteren Test des LinuxUser-Magazins, der aber anders als der Spiegel-Artikel eindeutig als Parodie gekennzeichnet war, ist die Gegenseite verzeichnet, XP muss sich da mit Linux messen und kommt erwartungsgem?? gar nicht gut weg. ;-)
UPDATE: Eine zu gelungene Persiflage auf den ersten genannten Spiegel-Artikel gibt's hier: http://tasler.net/grafkoks/spinner-linux/spinner-linux.html
Montag, 21. März 2005
Wir alle kennen noch den Norweger Jon Lech Johansen alias "DVD-Jon", der im Jahre 1999 als 15-j?hriger so mal eben den CSS-Abspielschutz der DVDs knackte. Daraufhin wurde er (wie zu erwarten war) von der Filmindustrie verklagt, dann aber doch wieder freigesprochen.
Schon kurz vor (!) seinem Freispruch schaute er sich das iTunes-DRM genauer an. In den ersten Versionen hat er nur die Software umgangen, also die Dateien mit dem Schl?ssel der Windows-iTunes-Software nutzbar gemacht.
Dank der clientseitigen Sicherheit (wann lernen die eigentlich mal dazu?) von iTunes konnte er nun ein Programm schreiben ( PyMusique), das Songs von iTunes runterl?d und einfach ohne DRM speichert. Dabei bietet das Programm alles was man braucht, Registrierung eines Accounts, Anh?ren der Vorschau und Bezahlung sowie nat?rlich den Download der Titel.
Der Witz daran ist wie auch schon bei der DVD-Geschichte die sehr interessante Tatsache, dass der gute Mann keinem Menschen schadet und damit genau die Gesetze ignoriert, die eh unn?tig sind. Er will nur Filme gucken und Musik h?ren, die er legal gekauft hat und anderen erm?glichen dasselbe zu tun. Mit verbreiten oder "filesharen" von urheberrechtlich gesch?tzen Daten hat das ja nichtmal im Ansatz was zu tun. Aus eben jenem Grund wurde er f?r DeCSS auch freigesprochen, also sollte man erwarten, dass es hier nicht anders aussieht, er bezahlt ja auch hier f?r jeden Song, den er mit seinem Programm runterl?d.
Nachtrag: Ein ebuild f?r Gentoo gibt's nat?rlich auch schon im Bugzilla. ;-)
W?hrend einer spontanen man gcc-Session ist mir heute aufgefallen, dass GCC-3.4 nun doch ein -march=pentium-m kennt. Also endlich doch eine passende Optimierung f?r meine CPU.
Die Laptop-Seite habe ich dahingehend auch gleich mal aktualisiert: http://bernd-wurst.de/linux/tm800.php#cpu.
Gestern habe ich endlich mein KDE vom (fast) monolithischen Komplettpaket auf das neue, splitted-ebuild-Schema umgestellt.
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich alles weggelassen, was ich sowieso nicht brauche. Spart m?chtig Plattenplatz. ;-)
Die Split-Ebuilds sind auf gentoo.org in einem HOWTO beschrieben. Allerdings sind bisher noch alle KDE-3.4.0-Pakete maskiert, daher muss man eine einigermassen lange Liste von Paketen sowohl in /etc/portage/package.keywords als auch in /etc/portage/package.unmask eintragen.
Die Liste habe ich hier mal verlinkt: kde.lst.
Tipp: Wenn man KDE als Desktop-Umgebung nutzen m?chte, empfehle ich dringend, "kdebase-meta" komplett zu installieren, sonst fehlt nachher doch wieder die H?lfte der Kern-Komponenten. Ich komme zur Zeit damit aus, zus?tzlich nur kmail, knotes, kgpg, kcalc, ksnapshot, kpdf, kate und quanta installiert zu haben.
Freitag, 18. März 2005
Jetzt dachte ich schon, ich sei der abgedrehteste Nerd und dann sowas... :-(
Der Test hat's best?tigt, so schlimm bin ich nicht. IMHO nur weil ich mich keinen Dreck f?r Chemie interessiere. Naja, was soll's. ;-)
Sogar einen Tick weniger nerdy als Hanno, jetzt sollte ich mir vielleicht was einfallen lassen. Ich glaub ich geh mal in ne Chemievorlesung oder kauf mir ein PSE, dann wird das. ;-))
Ergebnis:
52% scored higher (more nerdy), and
48% scored lower (less nerdy).
Montag, 14. März 2005
Nein, ich werde nicht auf englisch bloggen. ;-)
Oftmals weise ich andere drauf hin, dass ICQ, AIM, MSN und wie die alle heissen irgendwie nicht das gelbe vom Ei sind.
Jetzt gibt's endlich die passende Begr?ndung dazu (gefunden bei Basquiat). Und zwar ein Auszug aus den "Terms of Service" des AOL-Instant-Messengers:
"Although you or the owner of the Content retain ownership of all right, title and interest in Content that you post to any AIM Product, AOL owns all right, title and interest in any compilation, collective work or other derivative work created by AOL using or incorporating this Content. In addition, by posting Content on an AIM Product, you grant AOL, its parent, affiliates, subsidiaries, assigns, agents and licensees the irrevocable, perpetual, worldwide right to reproduce, display, perform, distribute, adapt and promote this Content in any medium. You waive any right to privacy. You waive any right to inspect or approve uses of the Content or to be compensated for any such uses." Vereinfacht und ?bersetzt: "Alles was du ?ber AIM schreibst k?nnen wir zu unserem Besitz machen, wenn wir wollen. Du verzeichtest auf jegliche Privatsph?re und Kontrolle."
Wer's noch nicht weiss: Jabber ist erfunden. Ich kann auch Accounts auf meinem Jabber-Server anbieten. ;-)
Aber passt doch, Schily speichert die Verbindungsdaten, AOL ist Inhalte, perfekt.
Freitag, 11. März 2005
Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Videokunst...
...manchen habe ich es schon privat erz?hlt, nun will ich es mal gro?z?gig unters Volk werfen. Das ?berregional bekannte Heinrich-von-Z?gel-Gymnasium in Murrhardt bot mit einer ?ppigen Multimedia-Hardware-Ausstattung schon zu meiner Schulzeit eine ansehnliche Spielwiese f?r Technikbegeisterte (mich ganz explizit mit eingeschlossen).
Unter http://bernd-wurst.de/media/[1] habe ich mal ein paar Videos online gestellt, die gegen Ende der Schulzeit entstanden sind.
Genauer ist dies zum einen ein Film ?ber die Studienfahrt nach Berlin im Sommer 1999 (am Ende von Klasse 12) der allerdings bitte nicht repr?sentativ f?r unser tagt?gliche Benehmen angesehen werden soll *FingerhinterdemR?ckenkreuz*. ;-)
Zum anderen gibt es noch den legend?ren ABI-2000-Abifilm. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen ausser: Hey, wer den runterl?d muss als Gegenleistung hier was dazu kommentieren, ich will echt wissen wie aussenstehende den finden. Im Endeffekt ist es wie jeder Abifilm eine Aneinanderreihung von Insider-Gags, aber manche versteht man hoffentlich auch so. :)
Also: Viel Spass.
[1]: Dieses Verzeichnis ist passwortgesch?tzt. Das ist es eigentlich deshalb, damit Suchmaschinen nicht GB-weise Traffic machen. Username und Passwort stehen im HTTP-Auth-Name drin. Wer Probleme damit hat, kann auch einen eigenen useraccount bekommen.
Mittwoch, 9. März 2005
Golem schreibt ?ber das neue M75 Mobiltelefon von Siemens, das im Sommer erscheinen soll.
So ?u?erlich sieht es schonmal recht gut aus, keine aufgemotzte "Ich-bin-stabil"-Optik wie beim M65, nicht allzu viele neue Funktionen, man kann also hoffen, dass sich Siemens etwas auf Qualit?t besonnen hat. Vielleicht ergibt sich ja damit endlich ein w?rdiger Nachfolger f?r das allseits beliebte ME45 (von dem ich schon 2 Ger?te durch eigentlich normale "Outdoor"-Benutzung kaputt bekommen habe).
Wie stark der "Steuerkn?ppel" st?rt wenn man es in der Tasche hat, w?rd eich gerne mal ausprobieren, da habe ich noch Bedenken.
Montag, 7. März 2005
![[OOo-2.0 Startbildschirm]](http://de.openoffice.org/branding/images/Splashscreen_Beta_w_Sun_Logo.png)
Juppi, es gibt endlich mal ne Beta vom neuen OpenOffice. Nachdem die inoffiziellen ebuilds aus dem gentoo-Forum nicht kompiliert haben, hab ich mir jetzt die offiziellen Binaries von openoffice.org (auf deutsch!) installiert. ;-)
Soweit f?llt erstmal auf, dass OpenOffice in Version 2.0 nochmals eine Spur h?sslicher geworden ist. Das liegt vermutlich daran, dass es jetzt prinzipiell m?glich ist, dynamisch den Interface-Style an die Umgebung anzupassen. Funktioniert evtl noch nicht so richtig f?r meine Umgebung, hoffen wir auf Besserung im Release. :)
Leider haben die meine (leisen) Schreie nicht erh?rt und es gibt noch immer keinen SpinButton f?r das dynamische Zoomen in der Symbolleiste. Ein Feature, das ich schon von Anfang an vermisse und das eigentlich nicht so schwer zu implementieren sein kann. :-(
Sehr positiv dagegen ist mir aufgefallen, dass nun auch nach dem ?ffnen eine automatische Numerierung der ?berschirften wiederhergestellt werden kann, das konnte OpenOffice 1.1 bei mir reproduzierbar nicht.
Was ich bisher noch nicht rausfinden konnte ist, ob das neue OASIS-Dokumenten-Format es nun auch erlaubt, Schriftarten einzubetten. Das ist mir grade bei Cross-Platform-Office-Dokumenten doch schon mehrfach zum Verh?ngnis geworden, dass Schriften oft nicht unter allen Systemen gleich aussehen. Wenn sie ?berhaupt verf?gbar sind. :-) Ein weiterer Punkt, in dem OpenOffice noch den Vorbildern hinterher hinkt. Insbesondere OOo-Draw.
Artikel zu dem Thema:
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