Mittwoch, 21. Dezember 2011
Wir auf dem Dorf sind ja schon länger etwas abgeschlagen, was eine moderne Internet-Verbindung angeht.
Auch wenn ich es komischer Weise stark verzögert überhaupt mitbekommen habe: Es gibt eine Linderung der Probleme (und untypischer Weise sogar kostenlos, unbürokratisch und bei neuen Anschlüssen als Standardvorgabe).
Seit heute wurde unser DSL-Zugang vom Schmalspur-DSL (768 kBit) auf DSL 2000 RAM umgestellt. RAM steht für "rate adaptive mode" und bezeichnet das was in allen modernen Übertragungsverfahren gemacht wird, die Verbindungs-Geschwindigkeit wird von den Geräten individuell ausgehandelt.
So wurden aus den von der Telekom konservativ und fest eingestellten 768 kBit jetzt real erreichbare 1886 kBit (mit einer FritzBox 7170, es soll angeblich auch bessere Modems geben). Mein Netz ist also jetzt offiziell gepimped und ich kann jetzt zu Recht sagen dass wir hier Internet-Zugang haben. Laut Bundesregierung haben wir damit sogar Breitband-Internet.
(Und mal unter uns: Es macht einen riesigen Unterschied ob durchschnittliche YouTube-Videos langsamer oder schneller geladen werden als die Abspielgeschwindigkeit.)
Dienstag, 17. Mai 2011
Man kennt mich als KDE-Nutzer. Schon vor Jahren hatte ich mehrmals einen GNOME-Desktop ausprobiert, aber irgendwie war ich stets nach wenigen Minuten auf Dinge gestoßen die man nicht (auf normalem Wege) einstellen konnte und die einfach "anders" waren als ich es gerne gehabt hätte. Mit freier Software verbinde ich grundsätzlich auch dass eine Software sich an die Wünsche des Nutzers anpassen kann und das war bei KDE immer wesentlich einfacher zu haben als bei GNOME.
Ich habe also stets KDE gelobt und fand GNOME beschränkt, zu "appelig" und irgendwie nicht nutzbar. Und die für GNOME entwickelten Standardprogramme waren auch schon lange ein großes Problem.
Sogar das KDE-4-Desaster habe ich zähneknirschend über mich ergehen lassen. Nachdem aber KDE nun auch in den jetzt aktuellen Versionen vor (für den einfachen Anwender) nervtötenden Fehlern nur so strotzt, habe ich mich entschieden, dass ich für meine Kunden und meine Familie zukünftig GNOME verwenden möchte und habe dieses völlig vorurteilsfrei auf meinem Desktop installiert um Erfahrungen damit zu gewinnen. Das ist jetzt ungefähr 4 Wochen her und die ersten Nutzer sind schon auf erfolgreich GNOME umgestellt. Für einfache Anwender hat GNOME den großen Vorteil, dass es nicht mit offensichtlichen Fehlern nervt.
Wie sieht es aber mit meinen eigenen Erfahrungen aus? Nach 4 Wochen Dauernutzung kann ich guten Gewissens sagen: Der Test war ohne Vorurteile. Und ich habe gemerkt, dass beide genannten Alternativen unerwartet gravierende Schwächen haben.
Ich möchte mich hier vor allem auf die Schwächen der Programme stürzen, die ich im Rahmen des Tests ausprobiert habe.
"Was ist der schlechteste Desktop? Ein Erfahrungsbericht" vollständig lesen
Dienstag, 1. März 2011
Vorweg: Man sollte das eigentlich nicht machen. MySQL 5.0 ist alt und zu Recht nicht mehr in den aktuellen Ubuntu-Repositories.
Ein Kunde setzt allerdings die Warenwirtschaft Sage GS-Office ein und da gibt es leider ein Problem. Auch wenn die WaWi mit MySQL 5.1 funktioniert, so arbeitet die Shop-Anbindung GS-Shop intern noch mit einer völlig veralteten Datenbankanbindung und verlangt unbedingt MySQL 5.0.
Praktischer Weise gibt es in den Repositories der LTS-Vorversion Hardy Heron (Immerhin von 2008!) binärkompatible Pakete. Man muss nur die APT-Zeile
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu hardy-security main
einfügen und kann dann mysql-server-5.0 installieren.
Da die Server-Version von Ubuntu LTS 5 Jahre Support beinhaltet, wird der MySQL-5.0-Server folglich bis April 2013 mit Sicherheitsupdates versorgt. Ich bete dafür, dass bis dahin auch die letzte Software gemerkt hat, dass MySQL 5.0 veraltet ist.
Mittwoch, 26. Januar 2011
Gestern beobachtete ich ein ungewöhnliches Verhalten im courier-Mailserver, das ich gerne vom Autor bestätigt haben und ggf. als Bug reporten wollte.
Ich finde ja schon, dass es als Benutzer Freier Software auch dazu gehört, Bugs zu reporten und bestmöglich an deren Reproduzierbarkeit und Beseitigung mithelfen sollte. Aber manchmal geht mir echt der nicht vorhandene Hut hoch. So zum Beispiel gestern.
Courier hat keinen Bugtracker sondern nur eine Mailingliste. Ich schrieb also an die Mailingliste meine Beobachtung. Die Antwort ist, nunja, nicht wie erwartet ausgefallen.
Das Sourceforge-Archiv hat den Thread auseinander gepflückt, von daher hier die beiden Links zum Archiv:
Die ersten 3 Mails und die letzte Mail zu diesem Thema.
Mag mir vielleicht irgend jemand einen Tipp geben wie ich das so formuliert bekomme dass der Autor den Inhalt auch beachtet und nicht nur auf einer bedeutungslosen Nebensächlichkeit rumreitet?
Mittwoch, 19. Januar 2011
Eigentlich überlasse ich es ja dem Darwinismus, die Raucher für ihr tun zu bestrafen, mir ist das egal.
Aber heute geht's mir echt schlecht. Ich hab einen Kundenrechner bei mir zu Hause, der stand da jetzt einen Tag rum und ich krieg kaum noch Luft weil hier alles nach Tabak stinkt. Das ist ätzend. Und musste mal gesagt sein.
Mittwoch, 5. Januar 2011
Manchmal arbeite ich besonders schnell. Beispielsweise wenn es darum geht, die Zahlenkolonnen des abgeschlossenen Jahres zu verarbeiten und dann ganz weit weg ad acta zu legen.
Deshalb ziehe ich immer in den ersten Tagen des Januar die Aktenordner des vergangenen Jahres raus, lasse meine Buchhaltungs-Datenbank ein paar Rechenoperationen ausführen und trage alle Zahlen zusammen die ich für die Steuererklärung brauche. Die habe ich auch komplett verfügbar, denn schließlich bin ich (wie die meisten kleineren Unternehmen) Ist-Veranlagt, ich brauche also die Umsätze, die sich wirklich im letzten Jahr auf dem Konto abgespielt haben.
Ich habe mich also bereits Anfang dieser Woche mit diesem Thema befasst, Zahlen zusammen gerechnet und aufgeschrieben. Eine Online-Einreichung gibt es ja nach wie vor nicht, daher also auch dieses Jahr wieder Papier. Herausragend gut finde ich in diesem Kontext ja die Online-Formulare der Finanzverwaltung. Viel JavaScript, aber solange es funktioniert eine super Sache.
Was mich aber auf die Palme bringt: Für die Gewerbesteuererklärung gibt es bis dato noch keine Formulare.
Liebe Finanzverwaltung. Von mir als Unternehmer wird mindestens zweierlei erwartet: 1. Unternehmerische Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Umgang mit den steuerlich relevanten Daten und Fakten und 2. dass ich meine Steuererklärung bis März abgebe.
Ich erwarte im Gegenzug, dass mir insbesondere Punkt 2 auch ermöglicht wird. Und zwar nicht kurz vor knapp sondern so früh wie möglich, sobald ich die relevanten Zahlen zusammen habe.
Jetzt, zum Jahreswechsel, schließe ich das alte Jahr ab. Ich sortiere Belege um, rechne sowieso mit einigen Zahlen herum und habe den Kram dadurch bereits in der Hand. Ich möchte meine Steuererklärung gerne in diesem Zug mit machen und zeitnah erledigen. Ich habe nämlich im neuen Jahr auch anderes zu tun.
Das Formular ist eigentlich nur ein Formular. Man trägt da die interessanten Dinge erst ein. Es gibt keinen Grund, mit einem Formular-Design bis zum Jahreswechsel zu warten. Es wäre daher echt wünschenswert wenn die betreffenden Personen ihr geschätztes Hinterteil in Bewegung setzen würden und auch dieses Formular rechtzeitig mit allen andern Formularen zur Verfügung stellen würden.
In meinen Unterlagen habe ich gesehen, dass ich schon im letzten Jahr die Gewerbesteuer-Erklärung auf dem Formular des Vorjahres eingetragen habe, nachdem ich im Jahr davor nämlich irgendwann eine Mahnung wegen einer noch nicht eingereichten Gewerbesteuer-Erklärung erhalten habe.
Oder kann mir jemand nachvollziehbar erklären warum es so besonders gescheit ist, dieses Formular erst später zu veröffentlichen?
Samstag, 25. September 2010
Ich bin recht früh aufgewacht. Beim morgendlichen Konsum meiner RSS-Feeds fiel unangenehm auf, das heise down ist. Nachdem ich einige Zeit damit zugebracht habe mein Netzwerk-Setup zu prüfen kam ich doch auf die Idee, dass es an denen liegen könnte. ;-)
Bei der Suche nach aktuellen Infos über den Status quo fiel mir dieses Blog-Posting von Fefe in die Hände. Und er hat ja so recht. :)
Nein, ich weiß auch nicht, wieso Heise seit Stunden down ist. Ist mitten in der Nacht, da updated sich da eh nichts. Geht mal schlafen oder feiern oder was weiß ich, Nerds. Nicht zu fassen, sitzen da alle vor ihren Kisten und klicken reload im Browser.
Mittwoch, 8. September 2010
Peter Pramberger hat gestern Abend auf der SKS-Devel-Mailingliste angekündigt, seinen PGP-Keyserver unter keyserver.pramberger.at abzuschalten:
Several weeks ago I got a complaint from a user getting his old PGP key
removed from my keyserver. He got the usual answer in such cases, but
unfortunately wasn't accepting it. Instead he insisted on his right to get the
key removed, in accordence to the Austrian Data Protection Act (DSG 2000).
Ohne das Österreichische Datenschutzgesetz im Detail zu kennen, gehe ich stark davon aus, dass es sich zu den anderen in Europa gebräuchlichen Datenschutzgesetzen nicht all zu sehr unterscheidet. Der Fall ist also im Grunde portabel.
Nach anfänglicher Empörung stelle ich mir allerdings schon die Frage, was an der Begründung eigentlich dran ist. PGP-Keyserver funktionieren nach dem Prinzip, dass man nur öffentliche Keys hoch lädt und diese Keys dann für immer öffentlich abrufbar sein sollen. So gibt es mehrere Keyserver-Netzwerke, die ständig die Keys unter einander austauschen. Löscht man einen Key auf einem Server, wird er umgehend von einem anderen Server wieder kopiert. Eine nachhaltige Löschung ist also nicht vorgesehen und in der Praxis auch nicht möglich.
Auch wenn es sich dabei um öffentliche Schlüssel handelt, stimmt es natürlich, dass der Eigentümer beim Hochladen nicht in rechtlich brauchbarer Weise über den Umstand aufgeklärt wird, dass das eine unwiderrufliche Veröffentlichung seines Namens, seiner E-Mail-Adresse und ggf. seines Fotos ist.
Ohne dass dies irgend jemand mal zu mindest zu einem erfahrenen Anwalt trägt oder gar eine Gerichtsentscheidung provoziert, bleibt der Betrieb eines PGP-Keyservers also vermutlich eine höchst gefährliche Sache, deren juristische Konsequenzen der einfache Admin nicht abschätzen kann.
Montag, 16. August 2010
Ich musste neulich einen Rechner vollständig neu installieren und haben daher vorab neben einer Sicherung der Dateien ein HDD-Image erstellt um für den Fall der Fälle alles nochmal verfügbar zu haben.
Danach, wie es eben so ist, stellte ich Inkonsistenzen der kopierten Dateien fest und wollte auf dem gemachten Image nochmal nachschauen und die Dateien von dort nochmal kopieren. Leider war ich nicht schlau genug, einzelne Partitions-Images der stark partitionierten Festplatte zu machen sondern habe nur ein komplett-Image, das sich so natürlich nicht als Loopback mounten lässt.
Doch nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass das gar kein Problem ist. Man muss nur mittels fdisk -l sda.img die Start-Sektor-Nummer der gewünschten Partition bestimmen, diese mit 512 multiplizieren und hat dann die Startposition der Partition in Bytes.
Mit dem Befehl
mount -o loop,offset=12345678 sda.img /mnt/image
lässt sich dann das Dateisystem dieser Partition direkt mounten.
Vermutlich ist das mal wieder eine meiner Wissenslücken, die man eigentlich nach so langer Erfahrung nicht mehr haben sollte, aber das hatte ich bis gerade eben wirklich nicht gewusst (weil nie gebraucht). :)
Freitag, 7. Mai 2010
Bedingt durch das neueste Ubuntu-Release vor gut einer Woche musste ich in den letzten Tagen ein paar Rechner aktualisieren. Dazu empfiehlt sich natürlich vorher ein möglichst gutes Backup.
In einem Fall musste ich einen Rechner komplett sichern, den ich nachher 1:1 wieder herstellen möchte (auf ähnlicher aber anderer Hardware). Damit das Restore nachher möglichst schnell und einfach funktioniert, entschied ich mich dazu, dass ich /dev/sda als Komplettimage sichern möchte. Leider habe ich keinen Rechner, auf dem ausreichend Platz für das komplette Image ist. Die Festplatte ist aber nur zu einem kleinen Teil wirklich belegt. Die Erwartung war also, wenn ich das Image sofort komprimiert abspeichere, dann müsste es auf jeden Fall passen, denn leerer Platz sollte gut komprimierbar sein.
Der Transfer sollte über eine netcat-Pipe laufen (ssh-tunnel wäre auch möglich, hat aber mehr overhead).
Das Problem an der Sache war, dass ich keine Informationen über den laufenden Fortschritt der Aktion sehen konnte. Auf dem Quellrechner kann man nicht sehen, wie viel von dem Device schon ausgelesen ist und auf dem Zielhost habe ich keine Ahnung, wie groß die endgültige komprimierte Datei werden würde.
Ein kurzes Überlegen brachte mich zu der Idee, dass es eigentlich eine triviale Aufgabe sei, ein Programm zu erstellen, das einfach Daten auf stdin liest, nach stdout schreibt und dabei mitzählt und die Zahl regelmäßig ausgibt.
Bevor ich selbst Hand anlegte, suchte ich kurz im Netz und fand auch recht schnell eine Lösung: pv, steht für »pipe viewer« und macht exakt genau dieses. Das Tool kann entweder einfach mitzählen oder man gibt ihm per Parameter die erwartete Gesamtgröße der Daten, dann erhält man eine wget-ähnliche Ausgabe mit Restzeit und Prozentbalken.
Das Tool gefällt mir so gut, dass ich es sogleich für diverse andere Aktionen ebenfalls einsetze.
Dies kann dann etwa so aussehen (bei einer tar-Pipe über netcat):
$ nc -l 10.0.0.2 1111 |gunzip| pv -s 40053354750| tar x
14,6GB 0:53:34 [ 5,2MB/s] [=========> ] 39% ETA 1:22:55 In diesem Beispiel habe ich auch gleich das gunzip vor pv gesetzt, damit ich die wirklichen Daten zähle und nicht die komprimierten. Auf dem Quellhost arbeitet hier ein einfacheres tar xz . | nc ....
Ach ja, Fußnote: Für das eingangs genannte Szenario sollte man das gute alte gzip benutzen. Da ich möglichst gut komprimierte Daten wollte (schließlich hatte ich wenig Platz), entschied ich mich für xz als Kompressionsprogramm. Das ist aber so dermaßen langsam, dass es auch auf meinem DualCore-Rechner nur etwa 1 MB pro Sekunde komprimierten konnte und damit den ganzen Vorgang auf viele Stunden ausgedehnt hat. Leeren Platz komprimieren hätte aber auch gzip hin bekommen.
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