Wednesday, April 30. 2008
Heute durfte ich die jüngste schwiegerelterliche Investition ausprobieren, das neue Navigationsgerät Medion GoPal 4425.
Erster Eindruck: So ein langsames Gerät habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Knopf drücken ... sofort ein unüberhörbar lautes klacker ... warten ... nach belieben noch ein paar mal auf den Touchscreen hacken, es klackert jedes Mal ganz doll ... noch ein bisschen warten ... irgendwann tut sich was.
Zweiter Eindruck: Dennoch kann man damit leben.
Ich würde mir deutlich mehr Einstellmöglichkeiten wünschen. Z.B. gibt es beim "Tastenton" (das nervige klackern) nur die Entscheidung: aus, laut oder ganz laut. Man will den Ton nicht ausschalten, weil man dann gar nicht mehr weiß ob das Navi jetzt noch nachdenkt oder ob der Touchscreen den Finger oder Stift nicht bemerkt hat.
Zum Routing an sich kann ich wenig sagen, da ich nirgends hin gefahren bin wo es Kreuzungen gibt.
Die Linux-Kompatibilität ist schlecht. Eigentlich sogar unerwartet schlecht. Dank Windows-CE meldet sich das Gerät als undefinierbares irgendwas beim Linux-Kernel. Der weiß damit nichts anzufangen. In meinem Test hat das Gerät auch gleich alle 3 Sekunden neu verbunden, was im dmesg eine etwas unschöne Liste an Meldungen erzeugt.
Erfreulich in diesem Zusammenhang: Aufgezeichnete Tracks werden als GPX auf der SD-Card gespeichert. Die zu erhalten ist also sehr unproblematisch.
Ebenso mit den Kartendaten. Also ja, es sind schon alle auf der SD-Card installiert, aber die Installation besteht auch nur darin, normale Dateien auf eine normale SD-Card zu kopieren. Das ist erfreulich einfach und funktioniert unter jedem OS.
Monday, April 28. 2008
Heute habe ich einen weiteren Linux-PC an eine Kundin ausgeliefert. Hier wurde ich letzte Woche gerufen, da der PC beim hochfahren immer Scandisk angeworfen hatte und das sich in einer Endlosschleife festgefressen hatte.
Ergebnis einer schnellen Diagnose mit der System-Rescue-CD: Auch hier war die Festplatte schlicht und einfach kaputt. Die Geräuschkulisse war zwar nicht besonders beängstigend, aber deutet auch in diese Richtung.
Da nach Austausch der Festplatte sowieso eine Neuinstallation ins Haus stand, habe ich auch hier die obligatorische Frage gestellt: "Für was brauchst du denn den Computer alles?" Da sich auch da schnell abzeichnete, dass die offensichtlichen Vorteile eines Linux-Systems (Kinder machen nicht versehentlich das System kaputt, keine ernsthaften Viren-Probleme) durch kein haltbares Argument zu entkräften waren, konnte ich auch hier deutlich machen, dass die Kundin mit einem Linux-System besser beraten ist.
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Vor einigen Tagen wurde ich zu einem Kunden gerufen, der Probleme mit seinem "Server" hatte. In anführungszeichen deshalb, weil es sich um einen Arbeitsplatz-Rechner handelte, der in der Ecke stand und ein paar Freigaben im Netz publiziert hat.
Die Probleme des Servers waren schnell erkennbar, die ersten Sektoren der Festplatte waren komplett hinüber. Da sowieso eine neue Festplatte und damit eine Neuinstallation nötig war, habe ich gleich vorgeschlagen, das bisher eingesetzte Windows durch einen einfachen Linux-Server zu ersetzen. Windows-Dateifreigaben sind damit auch kein Problem und die Backups auf den im "Server" verbauten DVD-Brenner zu sichern dürfte mit K3B keine Probleme bereiten.
Ich entschied mich für Ubuntu 6.06 LTS. Das ist zwar schon etwas älter, wird aber noch eine Weile supported. Ich denke mal, in einigen Tagen kann ich dann gleich auf die neue 8.04 LTS aktualisieren. ich warte noch, weil ich denke dass es bestimmt noch Migrations-Probleme geben kann.
Dort arbeitet jetzt also seit etwa einer Woche ein Ubuntu-Server mit Samba und KDE/K3B zum Brennen von DVDs. Die Festplatte wurde durch einen Software-RAID-1-Verbund ersetzt, damit ein Platten-Ausfall erstens schneller bemerkt werden kann und zweitens vielleicht reparabel bleibt.
Der Kunde hat jetzt noch ein wenig Spaß, die knapp 40.000 Dateien, die von der Datenrettungs-Software des PC-Fachhändlers knallhart durchnummeriert zurück kamen inhaltlich zu bewerten und zu sortieren.
Mit dem Linux-PC ist der Kunde allerdings zufrieden, auch wenn es in seinem Tagesablauf keinen nennenswerten Unterschied zu vorher gibt.
Heute fiel mir eine sehr unschöne Sache bei .org-Domains auf. Registriert man eine solche Domain und setzt Nameserver-Einträge, die ebenfalls unter .org laufen, dann ruft die .org-Registry die IP-Adressen dieser Nameserver ab und speichert die. Diese werden dann zusammen mit der NS-Antwort als "Additional Section" an den anfragenden Client übertragen.
Das Ganze ist eine eigentlich nette Service-Leistung und klingt auf den ersten Blick plausibel.
Das Problem beginnt allerdings dann, wenn sich die IP-Adressen der Nameserver ändern. Bei uns wurde einer der drei Name-Server vor über einem halben Jahr entfernt und ein zweiter letzte Woche. Die .org-nameserver liefern aber noch immer unbeeindruckt die alten Adressen aus. Das führt dazu, dass unsere .org-Domains ohne unser Wissen jetzt nicht mehr nur schlecht sondern sogar sehr schlecht erreichbar waren.
Durch eine Änderung der Nameserver kann man erreichen, dass diese IP-Adressen neu angefragt werden. Wie man diesen Vorgang für die einmal irgendwann eingetragenen DNS-Server-Namen macht, ist mir schleierhaft.
Ich hatte mir heute den Tag über Gedanken über ein mögliches DoS-Angriffs-Szenario gemacht, aber kein wirkliches gefunden. Ich hab aber immer noch das Gefühl, dass man das DoS'en kann.
Monday, April 14. 2008
Ich komme mir grade vor als hätte ich ein paar Jahre hinterm Mond gelebt. Und zwar war mir die Existenz von CSS »block formatting contexts« völlig fremd.
Für meine Leser, von denen ich erwarte, dass es ihnen genauso geht, kurz ein Abriss:
Wenn man ein Element mittels float: left links ran kleben will, ist das einfach. Will man aber dieses float mittels clear: left wieder aufheben, dann fängt der nachfolgende Text erst unter der meistens vorhandenen linken Sidebar an. Zudem macht Internet-Explorer (< 7) gerne mal sehr komische Dinge bei einem traditionellen Sidebar-Layout.
Auf der Suche nach einer Lösung bin ich heute darauf gestoßen, dass man ein div auch in einen eigenen Formatierungs-Kontext setzen kann, innerhalb dessen beliebige clear-Statements möglich sind ohne das ganze Layout zu zerstören.
So einfach geht's: Dem Inhalts-div einfach overflow: hidden mit auf den Weg geben. Natürlich kann diese Eigenschaft Nebenwirkungen haben. Z.B. wenn man ein Element hat, das potenziell breiter ist als das Browser-Fenster. Sofern man aber die Größe des div nicht festlegt, sollte man oftmals gar keine Nebenwirkungen bekommen.
Der Internet-Explorer möchte (mittels conditional comments) noch zusätzlich ein float: left bekommen, damit das so funktioniert. Aber dann spielt auch der mit.
Die Lösung habe ich auf zahlreichen CSS-Hilfe-Seiten gefunden, eine Seite die es so hinbekommen hatte, dass ich es verstanden hab ist z.B. diese hier.
Wednesday, April 9. 2008
Die Webhostlist (ja, ohne Link. Jeder kann .de dahinter setzen, wenn er will) ist ein Web-Portal, auf dem Angebote von Providern und Gesuche von zukünftigen Kunden zusammen finden sollen. Ein ganz normaler Preisvergleich bzw. Kleinanzeigenmarkt.
Dafür gibt es zwei Kanäle: Das Angebotlisting, in dem jeder Provider seine Angebote einstellt und Kunden nach diversen Kriterien suchen können auf der einen Seite und das Forum auf der anderen Seite. Im Forum stellt ein Kunde seine Anforderungen ein und Provider können mit einem Angebot antworten. nicht selten führt das zu skurrilen Dingen wie "Suche Webspace mit Feature foobar." mit der Antwort "biete das zwar nicht an, aber vielleicht ja was anderes was dich interessiert".
Als wichtige Bemerkung sei noch eingeführt, dass Provider bei Webhostlist unterschiedlichen Status haben können. Ungeprüft ist man immer als erstes. Wenn man dann viel Geld zahlt (ich weiß viel ist relativ), wird man Geprüfter Provider. Dazu muss man eigentlich nichts weiter machen als Geld zu zahlen. Zahlt man dann noch mehr Geld, wird man sogar Premium-Provider. Bisher war der Mehrwert darauf begrenzt, dass neben den Angeboten ein hübsches goldenes Emblem gezeigt wurde, das dem Kunden versichert, dass der Provider auch wirklich Geld an Webhostlist gezahlt hat.
Die zahlenden Provider haben sich (mittlerweile erfolgreich) beschwert, dass das Geldausgeben nur für ein hübsches Bildchen vielleicht nicht ganz gerechtfertigt ist.
Daraufhin wurde folgendes Umgestellt:
Wer ein Gesuch in das Forum einstellt, muss Daten-Striptease betreiben. Webhostlist fordert eine vollständige Adressangabe, anfangs sogar zwingend mit Telefonnummer. Gleichzeitig kann der Suchende auswählen, welcher Provider-Typus seine Daten und sein Gesuch sehen kann. Standardeinstellung ist (*Tusch*) zahlender Geprüfter Provider.
Die Webhostlist begründet das unter dem Applaus einiger zahlender Provider damit, dass man ja auf seriöse Geschäftsbeziehungen setze und daher die Angabe einer Identität verlangt werden könne. Zudem möchten Anbieter auch wissen, wem sie eventuell kein Angebot mehr machen möchten, wenn die den Namen schon kennen. Nun ja.
Ein Foren-Teilnehmer hat das treffend umschrieben mit der Pflicht, bei jedem Geschäft einer Einkaufspassage immer vor jedem Betrachten des Schaufensters eine Visitenkarte abgeben zu müssen.
Klar, so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Es wird für alle Datenkraken-Provider sehr interessant, viel oder sehr viel Geld an Webhostlist zu zahlen, denn dafür bekommt man jetzt zuverlässig neue Adressen für seine Verbraucherinformationen. Webhostlist bekommt also mehr zahlende Kunden. Auf der anderen Seite werden die Adressen ja gespeichert und somit reiht sich Webhostlist nahtlos in die Liste der in den letzten Jahren stark an Wert gestiegenen Unternehmen mit vielen "Benutzerprofilen", in welcher Form auch immer.
Die vielen Forums-Beiträge, die diese Regelung als kompletten Unsinn bezeichnet haben, wurden konsequent ignoriert, was natürlich auch irgendwie aussagt, dass diese Regelung wohl nicht mit guten Argumenten belegt werden kann.
Die komplett sinnbefreite Kompromisslösung, die jetzt angestrebt wird (oder schon implementiert ist), sieht vor, dass der Anbieter erst nach Abgabe eines Angebots die Kontaktdaten des Interessenden sieht. Wie man das überhaupt irgendwie begründen kann, ist mir noch nicht eingefallen.
Als weitere Veränderung (da weiß ich aber nicht seit wann) gibt es bei der Suche nach Webhosting-Tarifen jetzt auch keine Möglichkeit, die nicht-zahlenden Provider überhaupt anzuzeigen. Erst nach Erhalt der Ergebnis-Liste kann man die Suchergebnisse auf nicht-zahlende Provider ausdehnen. Und diese Einstellung springt meiner Erfahrung nach manchmal etwas willkürlich wieder auf die Standardeinstellung zurück.
Was ich damit sagen will: Jeder, der über Webhostlist einen Provider sucht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er immer erstmal nur Angebote von Firmen bekommt, die der Webhostlist Geld bezahlt haben. Auch wenn die Webhostlist sich nach außen als kostenlos für beide Seiten kommuniziert. Und dass im Forum nun die Angabe falscher Daten zur Regel wird, ist (denke ich) auch klar.
Monday, April 7. 2008
Heise Telepolis schreibt heute in einem Artikel über die Möglichkeiten des PIN-Abgriffs bei Lidl folgenden Absatz zur Biometrie:
Ob die von der ebenfalls im Videoüberwachungsskandal verwickelten Edeka-Kette als Lösung propagierten Fingerabdruckbezahlverfahren Abhilfe schaffen, ist mehr als fraglich. Tatsächlichen Sicherheitsgewinn brächte dagegen eine Umstellung auf die Erkennung des individuellen Venenmusters. In Japan wird dieses Verfahren bereits seit geraumer Zeit an Geldautomaten eingesetzt. Ich sehe das aber sehr skeptisch. Vor der Zeit der elektronischen Datenbanken galten Fingerabdrücke als sehr sicher, ja es galt eigentlich sogar als ausgeschlossen, dass es da Verwechslungen gibt. Trotzdem denken wir heute, nach Beginn des allgemeinen Biometrie-Hype anders darüber. Die in immer größeren Stückzahlen hergestellten Fingerabdruck-Scanner erkennen nicht zuverlässig genug, Fingerabdrücke werden sowohl für die Aufklärung von mehr und weniger schweren Straftaten als auch für Lappalien wie Laptop-Zugangskontrolle verwendet.
Die Aussage von Heise Telepolis kann ich aber aus einem anderen Grund nicht wirklich unterstützen. Hier wird Biometrie empfohlen als Alternative zur anderer Biometrie. Meiner Ansicht nach, stellt sich momentan jede Biometrie als Passwort-Ersatz dar. Ob es gute Passwörter (Venenmuster, Iris-Scan) oder schlechte Passwörter (Fingerabdruck, Gesichtsmetriken) sind, spielt keine Rolle, es sind immer noch Passwörter.
Jedem Computer-Benutzer werden immer wieder 3 wichtige Grundregeln für die Verwendung von Passwörtern mit auf den Weg gegeben (zudem, dass man sich ein sicheres Passwort aussuchen soll):
- Ändere dein Passwort gelegentlich
- Sorge dafür, dass niemand dein Passwort herausfinden kann
- Benutze für unterschiedliche Zugänge auch unterschiedliche Passwörter
Und diese drei Regeln lassen sich mit Biometrie nicht abbilden. Und zwar gleich welche Biometrie man nimmt. Man kann natürlich mehrere Merkmale unterschiedlich kombinieren, aber das ändert nichts am Problem.
Wir haben heute die Situation, dass jemand, der meinen Fingerabdruck reproduziert, damit bei Edeka einkaufen kann. Der CCC veröffentlichte jüngst den Bausatz mit Erklärung, wie man Fingerabdrücke sichert und reproduziert. Dass das ganze dann bei Edeka funktioniert ist ebenfalls bewiesen.
Es wird nicht lange dauern, bis es entsprechende Techniken gibt um Iris- oder Venenmuster zu reproduzieren. Wenn mein Bankkonto dann darüber geschützt ist, sehe ich wenig Handhabe über den Missbrauch, der damit möglich ist. Je sicherer eine Technologie in den Medien beschrieben wird, um so blinder ist das Vertrauen darin.
Die Frage, die ich den Verantwortlichen dabei gelegentlich mal stellen möchte ist: Wenn jemand mein Venenmuster reproduziert (und ich das merke), wie kann ich dann neue Zugangsdaten für mein Bankkonto erhalten?
Thursday, March 27. 2008
Hatte neulich bei einem Desktop-PC versehentlich die Tastatur in den Maus-PS/2-Port eingesteckt. Dank USB-Maus hab ich das Versehen nicht bemerkt.
Linux bootete auch ganz normal und es hat alles funktioniert.
Dann ist mir aufgefallen, dass das BIOS vor dem boot recht lange wartet und dann sagt "No keyboard found".
Linux hat die Tastatur aber trotzdem benutzen können. Als ob nichts wäre. Das find ich mal cool. :)
Saturday, March 22. 2008
Am Donnerstag war ich im Kino. Der Film: JUNO, klasse Film, aber darum geht's jetzterstmal nicht. * :)
Kurz zur Einstimmung, wir kennen ja alle diesen Kino-Spot, der dieses Neunziger-Jahre-mäßige MPEG-1-PC-Filmchen zeigt und klar machen möchte, dass heruntergeladene Filme viel schlechter sind als im Kino. Den Spot kennen natürlich nur die Leute, die im Kino waren, aber dieses Paradoxon möchten wir jetzt nicht weiter vertiefen.
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